Dawkins-Drossel
Spekulative Evolution
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Basiswissen|
Die klassische Keimbahn bei Organismen|
Verengte Keimbahnen bei sozialen Insekten|
Verengte Keimbahnen in menschlichen Gesellschaften|
Verengte Keimbahnen bei genetischen Unternehmen?|
Persönliche Einschätzung|
Fußnoten
Basiswissen
Es ist eine bemerkenswerte Analogie zwischen biologischen Organismen und einigen eusozial lebenden Tieren wie Insekten, Nacktmullen oder einigen Krebstieren, dass sie eine sogenannte Keimbahn ausbildeten. Von den vielen Zellen im Körper und den vielen Individuen im sozialen Organismus pflanzt sich nur ein sehr kleiner Bruchteil (Keimzellen, Königin) fort. Diese tunnel- oder flaschenhalsartige [15] Verengung des Erbmaterials in der Generationenfolge wird hier verallgemeinernd als Dawkins-Drossel bezeichnet. Das ist nachfolgend kurz mit einer Extrapolation hin zu menschlichen Gesellschaften [17] und hypothetischen genetischen Unternehmen vorgestellt.
Die klassische Keimbahn bei Organismen
Im 19. Jahrhundert setzte sich die Erkenntnis durch, dass tierische und menschliche Körper sich über nur eine sehr kleine Anzahl von Zellen (Spermien, Eizellen) fortpflanzen. [2] Das gesamte Erbmaterial der Individuen gelangt nur durch eine einzige Zelle, die befruchtete Eizelle, zur nächsten Generation. Wo die Mitglieder einer Gesellschaft oder die Teile eines Überorganismus genetisch eng miteinander verwandt sind, hat genegoistisches Verhalten keinen individuellen Nutzen. [14] [16] Der Evolutionsbiologie Richard Dawkins sprach hier treffend von einem zellulären Flaschenhals. [1] Siehe dazu auch den Artikel zur 👉 Keimbahn
Verengte Keimbahnen bei sozialen Insekten
Alle Termiten, bestimmte Ameisenarten, bestimmte Bienenarten, und Nacktmulle als einzige Säugetiere bilden hochkomplexe soziale Staaten aus, die ähnlich wie tierische Körper eine Generationenfolge zeigen. [3] Den Staat bezeichnet man auch als Superorganismus, die schicksalshafte gegenseitige Abhängigkeit aller beteiligten Tiere als Eusozialität. Der Superorganismus entspricht dem Körper (Soma) komplexer Organismen. Der klassischen Keimbahn entspricht dann bei Insektenstaaten die Königin, die alleine sich fortpflanzt. Alle Termiten, Ameisen oder Bienen der nachfolgenden Generationen sind Klone dieser Königin. Den Verzicht der Klone auf eine eigene Fortpflanzung bezeichnet man auch als reproduktiven Altruismus [12] oder einen genetischen Flaschenhals [13]. Die Verengung der Keimbahn auf wenige sich fortpflanzende Individuen ist ein Merkmal von 👉 Eusozialität
Verengte Keimbahnen in menschlichen Gesellschaften
Ob menschliche Gesellschaften eher ein loses Aggregat von genetischen Egoisten oder eher schon ein eusozialer Organismus ist, wird kontrovers diskutiert. [17] Ganz sicher finden sich in vielen menschlichen Gemeinschaften Regeln und Gewohnheiten, die auf eine Verengungen der Keimbahn hindeuten. Verdächtig in diesem Sinne ist alles, was die Fortpflanzung einer Teilgruppe der Gesellschaft fördert oder erschwert.
- Im Rom des Kaisers Augustus gab es explizit formulierte Gesetze, die das Kinderkriegen von Eltern sozial sehr unterschiedlicher Ränge erschwerten. [18]
- Antikes Ägypten und altorientalische Königshäuser: königliche Harems dienten nicht nur sexuellen Zwecken, sondern waren Institutionen dynastischer Reproduktion. Die Herrscherfamilie verfügte über eine privilegierte reproduktive Stellung gegenüber der übrigen Bevölkerung. [19]
- Osmanisches Reich: der kaiserliche Harem war eine Institution dynastischer Fortpflanzung und politischer Machtsicherung. Sklavinnen und Konkubinen konnten Mütter künftiger Sultane werden. [9] [19]
- Katholische Kirche im Mittelalter: Mönche und Priester wurden zumindest den Regeln der Kirche nach von der Fortpflanzung ausgeschlossen. Die Anfänge dieser Regelung gehen bis in die Spätantike zurück. [10] [20]
- Indische Kastengesellschaft: Die Endogamie, also die Heirat innerhalb der eigenen Kaste, diente der Erhaltung sozialer Grenzen und der Kontrolle weiblicher Sexualität. Die Fortpflanzung wurde dadurch an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe gebunden. Besonders deutlich wird dies bei der Frage, wie die Abstammung und damit die Kastenzugehörigkeit der Nachkommen gesichert werden sollte. [21]
- Europäische und amerikanische Eugenikbewegungen (19.–20. Jh.): Staaten und wissenschaftliche Eliten entwickelten Programme zur Förderung vermeintlich erwünschter Fortpflanzung und zur Verhinderung vermeintlich unerwünschter Fortpflanzung. In den USA wurden ab 1907 Zwangssterilisationen gesetzlich ermöglicht. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren etwa 60.000 Menschen betroffen. Die reproduktive Selbstbestimmung wurde damit nach sozialen, medizinischen und vermeintlich erbbiologischen Kriterien abgestuft. [22]
- Sekten wie die der Mormomen [23] oder die Oneida Community [24] (und viele weitere bis in die Gegenwart) räumen privilegierten Männern eine bevorzugtes Recht zur Fortpflanzung ein.
- Nationalsozialistisches Deutschland – Lebensborn und SS-Familienpolitik: Die SS förderte gezielt die Fortpflanzung von Menschen, die den nationalsozialistischen Rassenkriterien entsprachen. SS-Mitglieder wurden zu zahlreichen Nachkommen ermutigt; der Lebensborn unterstützte ausgewählte Mütter und Kinder. Parallel wurden Menschen, die als erbbiologisch minderwertig galten, zwangssterilisiert und verfolgt. Hier liegt ein besonders expliziter Fall staatlich organisierter reproduktiver Selektion vor, die bei konsequenter Fortsetzung zu einer echten Keimbahn hätte führen können. [25]
- Die globale Reproduktionsökonomie: eine kommerzielle Leihmutterschaft und der internationale Handel mit Eizellspenden schaffen eine reproduktive Arbeitsteilung zwischen wohlhabenden Auftraggebern und ökonomisch schlechter gestellten Frauen. Wohlhabende Personen können biologische Reproduktionsleistungen einkaufen, während andere Frauen Schwangerschaft, körperliche Belastungen und teilweise auch die frühe Betreuung übernehmen. [26]
Die Beispiele bezogen sich auf explizite Regelungen der Fortpflanzung. Möglicherweise spielen aber auch implizite Strukturen eine wichtige Rolle bei Verteilung der Chancen auf erfolgreiche Nachkommen. Wenn die Weibchen der Nacktmulle nach dem Ableben einer alten Königin in einen Streit um die reproduktive Führerschaft geraten, gewinnt in der Regel jenes Weibchen, dass die anderen durch Stress erfolgreich unfruchtbar machen kann.
Verengte Keimbahnen bei genetischen Unternehmen?
Die Idee, dass wirtschaftliche Unternehmen ähnlichen Selektionsdrücken unterliegen wie biologische Organismen ist nicht neu und wurde früh schon von Biologen geäußert. [5] Aus den Wirtschaftswissenschaften heraus entwickelte sich in den frühen 1970er Jahren ein entsprechendes Interesse. Heute bezeichnet man eine in diese Richtung gehende Forschung als evolutionäre Ökonomie oder kurz als Evolutionsökonomik. [7] Die betrachteten Analogien reichen bis hin zur Formulierung einer Unternehmens-DNA [8]. Hier jedoch bleibt die Analogie noch stehen bei der eher oberflächlichen Ähnlichkeit kodierten oder kulturell getragenen Eigenschaften von Organismen und Unternehmen. Geht man jedoch den ganzen Weg der Analogie von genetisch optimierten Superorganismen, dann folgt daraus, dass auch Unternehmen a) einen Generationenfolge und b) einen zellulären Flaschenhals als Dawkins-Drossel haben sollten. Das ist weiter betrachtet im Artikel 👉 genetisches Unternehmen
Persönliche Einschätzung
Ist die Menschheit an der Schwelle hin zur Ausbildung von Überorganismen? Viele Denker seit dem frühen 19. Jahrhundert halten das für durchaus denkbar. Ein wichtiger, vielleicht ein notwendiger Zwischenschritt in diese Richtung sind menschliche Gemeinschaften, die sich als Ganzes fortpflanzen und die dabei eine Keimbahn im Sinne einer Dawkins-Drossel ausbilden. Bemerkenswerterweise kommen gerade einige (christliche) Sekten und Glaubensrichtungen dem sehr nahe. Viele Sekten bevorzugen einige wenige Männer weit überproportional bei der Zeugung von Kindern. Und es gibt Glaubensrichtungen wie die Hutterer, bei denen sich Siedlungsgemeinschaften in Gänze reproduzieren, die also nicht auf Wachstum sondern auf Vermehrung des "sozialen Organismus" angelegt sind.
Fußnoten
- [1] Richard Dawkins: 1976: Das egoistische Gen. Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin/Oxford, 1994. Originaltitel: The Selfish Gene. ISBN 3-86025-213-5. In der deutschen Ausgabe das Kapitel: Die große Reichweite der Gene. Seite 405.
- [2] Konrad Bachmann: Die Entwicklung der Tiere. In: Biologie für Mediziner. Springer, Berlin, Heidelberg. 1982. Online: https://doi.org/10.1007/978-3-642-96713-9_19
- [3] Heikki Helanterä: An Organismal Perspective on the Evolution of Insect Societies. In: Front. Ecol. Evol., 11 February 2016. Sec. Social Evolution. Volume 4 - 2016. https://doi.org/10.3389/fevo.2016.00006 [Betonung der Keimbahn sozialer Insekten]
- [4] François Jacob: Die Logik des Lebenden – Von der Urzeugung zum genetischen Code. Frankfurt am Main 1972, S. 232–235.
- [5] Hans Hass: Energon. Das verborgene Gemeinsame. Fritz Molden (Verlag). 1970. Siehe mehr unter 👉 Energon
- [6] Richard R. Nelson, Sidney G. Winter: Toward an Evolutionary Theory of Economic Capabilities. In: The American Economic. Vol. 63, No. 2, Papers and Proceedings of the Eighty-fifth Annual Meeting of the American Economic Association (May, 1973), pp. 440-449 (10 pages).
- [7] Cecere, Grazia & Corrocher, Nicoletta & Gossart, Cédric & Ozman, Muge. (2014). Lock-in and path dependence: an evolutionary approach to eco-innovations. Journal of Evolutionary Economics. 24. 1037-1065. 10.1007/s00191-014-0381-5.
- [8] Neilson, G.L. & Pasternack, B.A. (2006): Erfolgsfaktor Unternehmens-DNA: Die vier Bausteine für effektive Organisationen, Frankfurt am Main.
- [9] Die Autorin betrachtet unter anderem die Rolle von Harems und Eunuchen. In: L. Betzig: Eusociality in History. Hum Nat 25, 80–99 (2014). DOI: https://doi.org/10.1007/s12110-013-9186-8
- [10] Dass Religion, unter anderem mit einer zölibatären Priesterkaste, die Entstehung von Eusozialität in menschlichen Gesellschaften gefördert haben könnte, untersucht Jay R. Feierman. In: Religion’s Possible Role in Facilitating Eusocial Human Societies. A Behavioral Biology (Ethological) Perspective. In: Studia Humana. Band 5 (2016): Heft 4 (Dezember 2016). Siehe dazu auch 👉 Dawkins-Drossel
- [11] Ein zellulärer Flaschenhals als notwendige Voraussetzung für eine evolutionäre Transition: "The evolution of eusociality in social insects, such as termites, ants, and some bees and wasps, has been regarded as a major evolutionary transition (MET). Yet, there is some debate whether all species qualify. Here, we argue that worker sterility is a decisive criterion to determine whether species have passed a MET (= superorganisms), or not." In: Abel Bernadou, Boris H. Kramer, Judith Korb: Major Evolutionary Transitions in Social Insects, the Importance of Worker Sterility and Life History. In: Front. Ecol. Evol., 26 October 2021. Sec. Social Evolution. Volume 9 - 2021. DOI: https://doi.org/10.3389/fevo.2021.732907
- [12] Siehe unter 👉 reproduktiver Altruismus
- [13] Zum genetischen Flaschenhals im Zusammenhang mit einer Hefeart (Snowflake yeast) heißt es: "Due to their branching growth form (Ratcliff et al. 2013b), each propagule goes through a unicellular genetic bottleneck, even if it ends up containing multiple cells." In: Gulli JG, Herron MD, Ratcliff WC. Evolution of altruistic cooperation among nascent multicellular organisms. Evolution. 2019 May;73(5):1012-1024. doi: 10.1111/evo.13727. Epub 2019 Apr 15. PMID: 30941746; PMCID: PMC6685537.
- [14] Den für die Gruppe schädlichen Effekt des Trittbrettfahrens, des evolutionären Parasitierens im Sinne egostischer Gene könne nicht nur über einen gemeinsamen genetischen Ausgang in die Zukunft im Sinne einer reduzierten Keimbahn unterbunden werden. Auch eine physikalische Verrbindung zweier Bewusstseine könnte den idividuellen Egoismus unterbinden. Die Verbindung zweier Bewusstsein im folgenden Zitat ist wörtlich gemeint. Technisch ermöglicht werden soll sie über einen sogenannten Exokortex: "If two minds share a common desire or preference, merging together may help promote that preference. Groups of individuals working towards achieving a specific goal face the problem of free-riding and enforcing effective co-operation. If the individuals involved in the group have goals other than what the group is trying to achieve, each individual has an incentive to invest less than it could in the group, hoping that other members will accomplish their goal regardless. This is particularly the case in large groups, where the impact of a single individual is close to negligible. Two or more minds coalescing could help ensure that their individual desires and their collective desires are the same." In: Sotala, Kaj, and Harri Valpola. Coalescing Minds: Brain Uploading-Related Group Mind Scenarios. In: International Journal of Machine Consciousness 4 (1): 293–312. 2012.DOI: doi:10.1142/S1793843012400173. Was hier anklingt ist ein 👉 kollektives Bewusstsein
- [15] Von "Bottlenecks and germ lines" im Hinblick auf evolutionäre Transitionen ist die Sprache in: Godfrey-Smith, Peter (2009). Levels and Transitions. In Darwinian Populations and Natural Selection. Oxford, GB: Oxford University Press. pp. 109-128.
- [16] Nochmal zum Trittbetrettfahren: "In collectives that aggregate individuals who are not closely related, the situation becomes even trickier. The flipside of more autonomy and behavioral flexibility is the capacity to defect and betray. Individuals might have incentives to work for the collective, but they equally well have incentives to improve their individual situation, including their offspring and other kin, at the expense of the collective." In: Nothhaft, H., & Seiffert-Brockmann, J. (2023). Peacocks, Penknives and Power: On the Implications of Evolutionary Psychology for Strategic Communication. International Journal of Strategic Communication, 17(3), 163–180. https://doi.org/10.1080/1553118X.2023.2197441
- [17] Präadpatationen hin zu einer echten Eusozialität: "The biological criterion for eusociality is threefold: a) cooperative brood care with some individuals caring for the offspring of others; b) overlap of generations in a colony of adults; and c) a division of labor into reproductive and non-reproductive groups". Menschen würden diese Kriterien noch nicht ganz (not fully satisfy) erfüllen. Denn "they live together in groups of related as well as unrelated individuals, and they do not strictly divide into reproductive and non-reproductive castes." Dennoch argumentieren einige Autoren, dass soziale Einrichtungen (social arrangements) dem sehe nahe kämen (come very close): "With both parents often in paid labor outside the home, modern society provides extensive alloparental arrangements [kkk]: nurseries, kindergartens, all-day school, not to speak of nannies and boarding schools common in other ages, or prohibitions of marriage for classes without own homes like servants and soldiers." In: Nothhaft, H., & Seiffert-Brockmann, J. (2023). Peacocks, Penknives and Power: On the Implications of Evolutionary Psychology for Strategic Communication. International Journal of Strategic Communication, 17(3), 163–180. https://doi.org/10.1080/1553118X.2023.2197441
- [18] Rom unter Augustus: "[…] the first Roman emperor, passed several laws regulating social behavior, including two aimed at marriage. The lex Iulia de maritandis ordinibus prohibited intermarriage between senatorial families and ex-slaves, and between all citizens and disreputable persons, such as prostitutes (see Infamia ). Otherwise the law rewarded male and female citizens who married and raised children, and penalized those who did not". In: Severy-Hoven, Beth: Marriage Legislation of Augustus. The Encyclopedia of Ancient History, 2012. URL: https://doi.org/10.1002/9781444338386.wbeah22188
- [19] Harems der Sultane: "Peirce [der Autor] examines the dynasty’s reproduction policies and argues that the decisions about reproduction and the training or princes was tied to an ideology of power." In: Peirce, Leslie P. The Imperial Harem: Women and Sovereignty in the Ottoman Empire. New York: Oxford University Press, 1993. URL: https://doi.org/10.1093/oso/9780195076738.001.0001
- [20] Zölibatäre Mönche und Priester: "In the patristic era, clerical celibacy, strictly speaking meant the inability to enter marriage once a higher Order had been received. The first legislative expression of this is found in the eastern councils of Ancyra (314), c. 10, and Neocaesarea (ca. 314-325), c. 1, for deacons and priests respectively. An Armenian collection of canons, probably from 365, includes this prohibition of marriage2 and it is clearly expressed in the Apostolic Constitutions and Apostolic Canons of the late fourth century." In: Cholij, Roman: Priestly Celibacy in Patristics and in the History of the Church." Vatican, 1993. URL: https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cclergy/documents/rc_con_cclergy_doc_01011993_chisto_en.html
- [21] Zur Endogamie (Fortpflanzen innerhalb von Kasten) in Indien: "The invention and deployment of endogamy in the nineteenth and early twentieth centuries is discussed". In: Mitra, Durba: Surplus Woman: Female Sexuality and the Concept of Endogamy." The Journal of Asian Studies 80, no. 1 (2021): 3–26. URL: https://doi.org/10.1017/S0021911820003666
- [22] Zur Eugenik in Europa: "In England during the late nineteenth century, intellectuals, especially Francis Galton, called for a variety of eugenic policies aimed at ensuring the health of the human species. In the United States, members of the Progressive movement embraced eugenic ideas, especially immigration restriction and sterilization." In: Reilly, Philip R: Eugenics and Involuntary Sterilization: 1907–2015." Annual Review of Genomics and Human Genetics 16 (2015): 351–368. URL: https://doi.org/10.1146/annurev-genom-090314-024930
- [23] Von der Polygamie der Mormomen profitierten vor allem wirtschaftlich erfolreichere Individuen was die Anzahl der Nachkommen anging. Volf, William. "Mormon Polygamy in the Nineteenth Century: The Practice of 'The Principle' in Reality." Nebraska Anthropologist 15 (1999–2000).
- [24] "Between 1869 and 1879, the communal Christian group the Oneida Community undertook a pioneering eugenics experiment called “stirpiculture” in upstate New York. Stirpiculture resulted in the planned conception, birth, and communal rearing of fifty‐eight children, bred from selected members of the Oneida Community." In: Prince, A., (2017) “STIRPICULTURE: SCIENCE‐GUIDED HUMAN PROPAGATION AND THE ONEIDA COMMUNITY”, Zygon: Journal of Religion and Science 52(1), 76–99. doi: https://doi.org/10.1111/zygo.12319
- [25] "The Lebensborn program was designed by the SS to increase Germany’s declining birthrate. It was originally intended to provide pregnant 'Aryan' women with financial assistance, adoption services, and a series of private maternity homes where they could give birth. By the end of World War II, Lebensborn became involved in the Nazi regime’s systematic kidnapping of thousands of 'biologically valuable' foreign children to be raised in German homes. "In: United States Holocaust Memorial Museum: Lebensborn. Holocaust Encyclopedia. URL: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/lebensborn-program
- [26] Die Reproduktionsökonomie ermöglichst es Reichen, sich zahlreichen zu vermehren als Armen: "[…] the relationship between income and fertility has flattened between 1980 and 2010 in the US […] as high income families increased their fertility. […] We propose that marketization of parental time costs can explain the changing relationship between income and fertility. […] Additionally, policies, such as the minimum wage, that affect the cost of marketization, have a negative effect on the fertility and labor supply of high income women." In: Bar, M., Hazan, M., Leukhina, O. et al. Why did rich families increase their fertility? Inequality and marketization of child care. J Econ Growth 23, 427–463 (2018). https://doi.org/10.1007/s10887-018-9160-8
- [27] Bei Nacktmullen unterdrück Aggression die Fruchtbarkeit anderer: "Naked mole-rat groups exhibit a high degree of reproductive bias in which breeding is restricted to one female (the queen) and one male, with subordinate non-breeding colony members rarely, if ever, having the opportunity to reproduce […]. It is posited that aggression directed at subordinates by the queen suppresses reproduction in these subordinates, yet the underlying physiological mechanisms causing this dysfunction are unknown." In: Hart DW, Roberts E, O'Riain MJ, Millar RP, Bennett NC. The curious case of the hypothalamic–pituitary–gonadal axis dysfunction in subordinate female naked mole-rats (Heterocephalus glaber): No apparent role of opioids and glucocorticoids. J Neuroendocrinol. 2024; 36(10):e13444. doi:10.1111/jne.13444. Siehe auch 👉 Nacktmull
- Der Wunsch, die Fortpflanzung innerhalb der Gesellschaft autoritär (Heiratsverbote), über Geldpolitik (pro Familie) oder moralisch (sündige Beziehungen) zu regeln scheint mir vor allem bei Gruppen konservativer Gesinnung ausgeprägt zu sein. Überhaupt sehe ich in der konservativen Gesinnung viele Züge hin zu einer euoszialen Lebensform. Siehe dazu auch den (sehr spekulativen) Artikel 👉 Konservativ (soziobiologisch)