Licht als Teilchen
Klassisch und als Photon
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Basiswissen|
Licht als Teilchen|
Historisch überholt?|
Woran würde man Lichtteilchen erkennen?|
Licht breitet sich im Vakuum geradlinig aus|
Licht erzeugt kleine Flecken auf einem Schirm|
Licht kann als Antrieb für Raumschiffe dienen|
Ein Argument gegen den Teilchenarakter von Licht|
Teilchen und Wellen zugleich?|
Licht mit Wellenlänge und Frequenz?|
Historie: Einstein sah Licht als echte Teilchen|
Einsteins Licht-Teilchen heute überwunden|
Das Lichtteilchen als Quantenobjekt|
Fußnoten
Basiswissen
Unter bestimmten experimentellen Bedingungen zeigt Licht eindeutig Eigenschaften von Teilchen. Es kann dann ganz sicher keine Welle sein. Andererseits gibt es auch Experimente, die eindeutig zeigen, dass Licht irgendetwas Wellenartiges an sich hat. Dieser Widerspruch, der sogenannte Welle-Teilchen-Dualismus, ist hier aus Sicht des Teilchemodells erklärt.
Licht als Teilchen
Im Teilchen- oder Korpuskularmodell besteht Licht aus einem Strom kleiner Teilchen, die sich im leeren Raum geradlinig ausbreiten. Dieser Gedanken wurde klar gefasst von Isaak Newton [9] und in seiner sogenannten Korpuskulartheorie formuliert. Optische Phänomene kann man dann oft auf die geometrische Betrachtung von geraden Linien vereinfachen: einmal von der Lichtquelle ausgesandt ("abgeschossen") bewegen sich die Lichtteilchen, die Korpuskel auf geradlinigen Bahnen. Man spricht auch von einem klassischen Teilchenmodell und einer dazu passenden Strahlenoptik. Es gibt verschiedene Versuche, die für diese Sicht Licht als Teilchen sprechen.
Historisch überholt?
Auf keinen Fall! Isaak Newton dachte sich Licht als Teilchen. Sein Zeitgenosse Christian Huygens sah im Licht eher ein Wellenphänomen. Über Jahrhunderte gab es einen Streit. Um das Jahr 1800 schien der Streit dann endgültig zugunsten des Wellenmodells entschieden zu sein (Versuch mit dem Poisson-Fleck). Das gesamte 19. Jahrhundert hindurch dominierte das Wellenbild von Licht. Man sprach von einer sogenannten Undulationstheorie. Aber im Jahr 1905 schlug Albert Einstein erneut vor, Licht als einen Strom von Teilchen zu denken. Er sprach von seiner sogenannten Lichquantenhypothese. [10] Der Gedanke war zwar alt, aber von Einstein mit so schlagkräftigen Argumenten versehen, dass Einstein dafür später den Nobelpreis erhielt. Heute muss man sich damit begnügen, dass Licht beide Eigenschaften zeigt. Für die Aktualität des Teilchenmodells spricht etwa auch, dass sich der spätere Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman, ganz sicher kein Dummkopf, ausdrücklich für das Teilchenmodell entschied. Er sprach von "lumps", was auf Deutsch so viel wie Klumpen heißt.
Woran würde man Lichtteilchen erkennen?
Für einen Teilchencharakter von Licht sprechen: eine geradlinige Ausbreitung, fleckenartige Aufschlageffekte oder zählbare Klicks in Photonen-Detektoren [6] und eine Impulsübertragung. Teilchen denkt man sich als kleine Gebilde mit mehr oder minder festen Grenzen. Erbsen, Sandkörner oder auch kleinste Staubteilchen sind typische Beispiele. So gedachte Teilchen haben zu jeder Zeit einen festen Aufenthaltsort und erscheinen als räumlich eng begrenzte Gebilde. Wirken auf sie keine Kräfte, bewegen sie sich auf geraden Bahnen. Wirft man mit einem Teilchen auf einen Gegenstand, der erfährt dieser einen Impuls, einfach gesagt eine Art Schubs. Im Folgenden sehen wir, dass das auf sehr viele (aber eben nicht alle) Experimente mit Licht zutrifft.