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Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Planetenweg

Low budget

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Grundidee


Hier steht eine Anleitung zum Bau eines Planetenweges bei dem alle Durchmesser und Entfernungen der Himmelskörper als Vielfache des Durchmessers der Erde angegeben sind. Damit kann man sich erst überlegen, wie groß man im Modell die Erde als Kreis oder Kugel darstellen will. Alle anderen Längen kann man dann bequem als Vielfache dieses Erddurchmessers berechnen. Der Vorteil ist, dass man so nicht zwischen Millionen von Kilometern und Meter oder sogar Zentimetern umrechnen muss. Mit einem der Modelle kann man auch gut ein Jahrtausende altes Rätsel der Astronomie nachstellen.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Die Sonne als 11 cm großer Ball und 4,5 Meter davon entfernt die Bahn des Merkur. Entsprechend weiter entfernt folgen dann die Bahnen der anderen Planeten bis hin zum äußersten Planeten Neptun in 353 Metern Entfernung. Mit einfachsten Mitteln kann man die astronomischen Entfernungen nachspüren. Auch ein uraltes Rätsel der Astronomie kann man mit dem Wiesenmodell nachstellen. © Gunter Heim/ChatGPT ☛


Zahlenwerte


Durchmesser


Hier sehen die Durchmesser der Sonne und der acht Planeten im Vergleich zum Durchmesser der Erde. Bei den kleineren Planeten kann man zur Angabe Bruchteile oder Null-Komma-Zahlen verwenden. Bei den größeren Planeten sind Dezimalzahlen am bequemsten. Zur Mathematik siehe auch den Artikel 👉 Dezimalzahl als Multiplikator

  • Sonne: etwa das 110fache (des Erddurchmessers)

Wenn man zum Beispiel die Erde als Kreis mit einem Durchmesser von 1 cm zeichnet, dann wäre der Jupiter ein Kreis mit einem elf mal so großen Durchmesser, also 11 Zentimeter. Siehe auch den eigenen Artikel über die 👉 Planetendurchmesser

Entfernungen


Hier stehen die Entferntungen der Planeten zur Mitte der Sonne. Bei Entfernungen von Himmelskörpern gibt man normalerweise immer die Entfernung von einem zum anderen Mittelpunkt an.

  • Sonne: 0 mal der Erddurchmesser
  • Merkur: 4546 mal der Erddurchmesser
  • Venus: 8466 mal der Erddurchmesser
  • Erde: 11759 mal der Erddurchmesser
  • Mars: 17795 mal der Erddurchmesser
  • Jupiter: 60990 mal der Erddurchmesser
  • Saturn: 112025 mal der Erddurchmesser
  • Uranus: 225070 mal der Erddurchmesser
  • Neptun: 352775 mal der Erddurchmesser

Hier bekommt man vielleicht schon eine erste Idee davon, wie unfassbar groß die Entfernungen im Weltraum sind. Wenn die Erde für einen Planetenweg einen Durchmesser von einem Zentimeter haben soll, dann wäre ihr Abstand zur Sonne 11759 mal so groß wie dieser Durchmesser. Das wären also 11759 Zentimeter. Teilt man eine Zentimeterzahl durch 100, bekommt man dieselbe Entfernung als Meterzahl. Das wären für die Erde also 117,59 oder rund 118 Meter! Und für den Neptun wären es etwas über 3,5 Kilometer!


Um schnell zwischen Zentimetern, Metern und Kilometern hin und her zu rechnen, kann man am besten die Komma-Methode verwenden. Man verschiebt das Komma einer Zahl und hat dann die neue gesuchte Zahl. Als Tipp: man kann bei jeder ganzen Zahl ohne Komme sich immer ein Komma-Null am Ende hinzudenken: 400 ist dasselbe wie 400,0 oder auch: 217 ist dasselbe wie 217,0.

Farben


Die Planeten haben alle unterschiedliche Farben. Manchmal, wie beim Merkur oder Mars, ist es die steinige Oberfläche, die die Farbe ergibt. Bei anderen Planeten wie der Venus oder den Gasriesen (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) sind es die chemischen Elemente in der Atmosphäre, die die Farben erzeugen.


Mit dem bloßen Auge kann man nur die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sehen. Und von diesen erkennt man mit dem Auge nur beim Mars eine Färbung (rötlich). Alle anderen Planeten erscheinen nur als weiße Punkte. Um die Farben wirklich sehen zu können braucht man sehr starke Teleskope oder Photographien von Raumsonden.

Symbole


Alle größeren Himmelskörper in unserem Sonnensystem haben schon seit Jahrtausenden Symbole. Statt den Namen auszuschreiben, kann man auch einfach das Symbol benutzen:

  • 🜨 Erde: Globus mit Äquator und Nulmmeridian 👉 Erde
  • ♁ Erde: Erdkugel mit Kreuz (Reichsapfel), als Metall Antimon 👉 Erde
  • ☽ Mond: nach links geöffnete Sichel 👉 Mond
  • ☿ Merkur: Flügelhelm, als Metall Quecksilber 👉 Merkur
  • ♀ Venus: Vielleicht Handspiegel oder Halskette der Göttin; Kernidee: Schönheit und Anziehung 👉 Venus
  • ☉ Sonne: auch Zeichen für Gold, Lichtquelle und kosmisches Zentrum 👉 Sonne
  • ♂ Mars: Schild und Speer als Sinnbild für Krieg und Durchsetzung 👉 Mars
  • ♃ Jupiter: stilisiertes Blitzbündel des Zeus (Jupiter) als Zeichen der Herrschaft und göttlicher Macht, als Metall Zinn 👉 Jupiter
  • ♄ Saturn: Wie ein kleines geschwungenes h mit Querbalken durch den Hals, als Metall Blei 👉 Saturn
  • ⛢ Uranus: auch Zeichen für Eisen, Kreis mit Punkt in der Mitte und Pfeil nach oben rechts, als Metall Platin 👉 Uranus
  • ♅ Uranus: H für den Namen des Entdeckers, Herschel 👉 Uranus
  • ♆ Neptun: Dreizack als Zeichen des Meeresgottes 👉 Neptun
  • ♇ Pluto: Monogramm „PL“ als Name des Gottes der Unterwelt und der Initialen des Entdeckers Lowell 👉 Pluto

Die Symbole der Himmelskörper verraten auch etwas über die Gedankenwelt unserer Vorfahren. In ganz alten Zeiten, der Antike, sah man in den Himmelskörpern göttliche Wesen. Später, in der Zeit der Alchemie, brachte man die Planeten mit Metallen in Verbindung.

Bauideen


Professionell


Fertig gebaute Planetenwege gibt es schon viele. Dabei sind die Sonne und die Planeten oft im Maßstab 1:1000000000 (eins zu einer Milliarde) gebaut. Die Sonne hat dann einen Durchmesser von 1,4 Meter und die Planeten von einigen Zentimetern. Die Kugeln sind oft aus Metall gefertigt und auf großen Säulen angebracht. Je nachdem ob der Pluto noch als Planet dabe ist oder nicht, sind die Wanderwege dann fast 4 oder über 6 Kilometer lang. So eine professionellen Planetenweg zu bauen braucht viel Material, Werkzeuge, Zeit, Geld und Geschick. Das ist aber nicht nötig, wenn man sich nur ein Bild von den Verhältnissen in unserem Sonnensystem machen will.

Am Strand


Wer im Urlaub an einem Strand ist, kann dort sehr leicht ein Modell mit Zeichnungen im festen Sandboden machen. Wenn man die Erde mit einem Durchmesser von einem Zentimeter zeichnen will, dann kann man sie als Kreis einfach mit einem Finger in den Sand drücken. Aber man fängt am besten mit der Sonne an:

  • Die Sonne als Kreis mit 1,1 Metern Durchmesser in den Sand zeichnen
  • Gut 45 Meter von der Sonnenmitte entfernt: der Merkur mit 4 mm Durchmesser
  • Nochmal 40 Meter weiter kommt dann die Venus: etwa 1 cm Durchmesser (wie die Erde)
  • Nochmal 32 Meter weiter dann die Erde: genau 1 cm Durchmesser
  • Nochmal 60 Meter weiter sind wir dann beim Mars: etwa 5 mm Durchmesser
  • Nochmal 432 Meter weiter kommt dann der Jupiter: etwa 11 cm Durchmesser
  • Nochmal 510 Meter weiter sind wir beim Saturn: etwa 9 cm Durchmesser
  • Nochmal 1131 Meter weiter kommt der Uranus: etwa 4 cm Durchmesser
  • Nochmal 1277 Meter weiter sind wir beim Neptun: etwa 4 cm Durchmesser

Sonnenscheibe
Zeichnet man alle Himmelskörper nur als Abdrücke in den Sand, dann gibt es einen Nachteil: nach einigen Metern Strandwanderung sieht man sie nicht mehr. Vielleicht gibt es am Strand eine Möglichkeit, eine Kreisscheibe oder einen Ring von 110 cm Durchmesser als Sonne irgendwo senkrecht aufzustellen oder aufzuhängen? Dann könnte man im Modell-Sonnensystem zumindest immer die Sonne sehen.

Gezeiten nutzen
Um weiter ein Gefühl für die großen Abstände und Längen in unserem Sonnensystem zu bekommen, kann man einmal die Kreisbahn einer der inneren Planeten um die Sonne ablaufen. Wenn die Sonne in der Mitte ist und der Merkuz ist 45 Meter davon entfernt, dann kann man einmal auf der Bahn des Merkur ganz um die Sonne laufen. Der Radius des Kreises ist dabei dann immer 45 Meter. Danach macht man das, wenn es genug Platz gibt, für die Bahnen der Venus und der Erde. Aber schon bei der Erde hat man einen Radius von 117 Metern. Der Kreis der Erdbahn um die Sonne hat dann einen Durchmesser von 234 Metern. Es gibt nur wenige Strände die das bieten. An der den Flachküsten der Nordsee aber kann man auf das Niedrigwasser warten. Dann liegen riesige Sandflächen, die sogenannte Schorre, trocken. Dort hat man dann vielleicht ausreichend Platz. Siehe auch 👉 Gezeitenschorre

Auf einer Wiese


Hat man keinen Strand mit seinen kilometerlangen Sandflächen "zur Hand", kann man den Planetenweg auch auf einer großen Wiese, einen Sportplatz oder auch an einem längeren Wanderweg aufbauen. Man nimmt dann für die Erde einen Durchmesser von nur einem Millimeter an. Die Entfernungen sind auf ganze Meter gerundet:

  • Die Sonne ist ein Kreis oder eine Kugel mit 11 cm Durchmesser.
  • Gut 4,5 Meter von der Sonnenmitte entfernt: der Merkur mit 0,4 mm Durchmesser
  • Nochmal 4 Meter weiter kommt dann die Venus: etwa 1 mm Durchmesser (wie die Erde)
  • Nochmal 3 Meter weiter dann die Erde: genau 1 mm Durchmesser
  • Nochmal 6 Meter weiter sind wir dann beim Mars: etwa 0,5 mm Durchmesser
  • Nochmal 43 Meter weiter kommt dann der Jupiter: etwa 110 mm Durchmesser
  • Nochmal 51 Meter weiter sind wir beim Saturn: etwa 90 cm Durchmesser
  • Nochmal 113 Meter weiter kommt der Uranus: etwa 40 cm Durchmesser
  • Nochmal 128 Meter weiter sind wir beim Neptun: etwa 40 cm Durchmesser

Kinästhetik
Die Sonne kann man jetzt als echte Kugel irgendwo auf einen hohen Stein oder eine Pfahl oben drauf setzen. Eine Kugel mit etwa 11 cm Durchmesser kann man leicht aus Knete oder sogar als Papierknäuel formen. Mit etwas Phantasie fällt einem etwas ein. Und nun kann man die Wege der Planten um die Sonne mit dem eigenen Laufen recht bequem nachempfinden. Lernen über Bewegung nennt man auch kinästhetisches Lernen. Für die Bahn des Merkur muss man nur viereinhalb Meter von der Sonnenkugel weggehen. Dann läuft man einmal ganz im Kreis um die Sonne. Aber für den Jupiter muss man schon 43 Meter weit von der Sonne weggehen und damit einen Kreis laufen. Damit kann man gut ein Gefühl dafür bekommen, wie riesig groß die Wege der Planenten auf ihrer Wanderung um die Sonne sind. Das Wort Planet kommt übrigens von einem griechischen Wort das so viel wie Wanderer heißt. Siehe auch 👉 kinästhetisches Lernen

Ein Jahrtausendrätsel


Planetenschleifen
Jahrtausendelang rätselten die Astronomen über ein seltsames Phänomen am Nachthimmel: verfolgt man einen hellen und gut sichtbaren Planeten, etwa den Jupiter, über mehrere Monate oder Jahre auf seinem Weg durch die Sternbilder, dann macht man eine überraschende Entdeckung: die meiste Zeit über wandert er vorwärts. Aber dann bleibt er plötzlich stehen, wandert rückwärts (retrograd), bleibt dann wieder stehen und wandert dann wieder vorwärts. Um das Rätsel zu lösen ersannen die Astronomen komplizierte Formen für die Bahnen der Planeten. Das waren die sogenannen Epizykel. Geheimnisvoll ist das Phänomen aber nur, wenn man sich die Erde als die Mitte des Sonnensystems vorstellt. Mit der Sonne in der Mitte, kann man das Rätsel leicht erklären. Im Wiesenmodell des Planetenwegs kann man das Phänomen leicht nachstellen: eine Person läuft auf einer inneren Kreisbahn, eine andere Person auf einer weiter außen liegenden Bahn. Und die Person weiter außen läuft auch etwas langsamer. Dann beobachtet die Person innen, wie sich die scheinbare Positionen der äußeren Person vor einem weit entfernten Hintergrund (Häuser, Bäume, Berge) mit der Zeit verändert. Das Ergebnis wird verblüffen. Siehe dazu mehr im Artikel zur sogenannten 👉 Planetenschleife

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