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Fettexplosion

Lernwerkstatt

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Definition


In heißes, brennendes Fett wird ein Schuss Wasser hinein gegeben. Das Wasser sinkt erst aufgrund seiner hohen Dichte nach unten, wird dort schnell auf über 100 °C verdampft, dehnt sich dann auf das 170fache seines vorherigen Volumens aus, reißt dabei Fettteilchen mit sich in die Luft, wo das Fett eine wesentliche größere Kontaktfläche zu Sauerstoff bekommt und schlagartig in einem imposanten Feuerball verbrennt.

Video




Schon mit zwei oder drei Millilitern Salatöl kann man eine recht ansehnliche Explosion herstellen. In der Zeitlupe erkennt man, wie sich die Flamme in der Luft ausbreitet.

Tipps zur Durchführung


Wenig Öl

Fettexplosionen sind nicht ganz ungefährlich. [1] [2] Die hier beschriebene Version verwendet bewusst nur sehr wenig Öl. Die kleine Menge Öl kann im Notfall mit einer Löschdecke, Löschsand oder einem großem Deckel aus Metall erstickt und damit gelöscht werden. Auch für recht ansehnliche Effekte genügen zwei Milliliter Öl vollauf.

Gelände

Den Versuch führt man am besten im Freien durch. In der Nähe sollten keine entzündbaren oder brennbaren Gegenstände stehen. Der Boden sollte feuerfest sein. Ideal ist ein Steinboden.

Wetter

Günstig ist Windstille. Böiger Wind mit wechselnden Windrichtung kann die Flamme in verschiedene Richtungen blasen. Bei Windstille bleibt die Flamme recht nahe an ihrem Entstehungsort. Regen, auch Nieselregen ist ungünstig, da dann schon früh beim Erhitzen Regentropfen unkontrolliert Fettspritzer erzeugen. Bei Wind stellt man sich idealerweise ins sogenannte Luv der Flamme, also so, dass der Wind die Flamme von einem wegbläst.

Tierschutz

Man sollte den Versuch nicht dort durchführen, wo krabbelnde Kleintiere oder fliegende Insekten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Auch Haustiere sollten nicht in der Nähe sein.

Löschmittel

Für Fettbrände und Fettexplosion mit sehr wenig Brennstoff eignen sich als Löschmittel größere Mengen Löschsand in einem Eimer, eine Löschdecke oder auch große Deckel oder Töpfe aus Metall. Der Kerngedanke ist es immer, die Flamme zu ersticken. Bei 2 bis 3 Millilitern brennenden Öls genügen auch viele kräftige Spritzer Wasser (jeweils mit Fettexplosionen).

Augenschutz

Schon ein kleiner Tropfen Wasser in heißes Fett gegeben kann als heißer Fettspritzer üble Verletzungen an den Augen zur Folge haben. Eine Schutzbrille zu tragen ist sicher keine schlechte Idee.

Hitzequelle

Als Hitzequelle verwendeten wir Labor-Gasbrenner mit Gaskartuschen aus dem Camping-Handel. Die Kombination ist bewährt und gilt als sicher. Vor der provozierten Fettexplosion sollte der Gasbrenner aber weit entfernt vom Ort der Explosion aufgestellt werden und abgedreht werden.

Gefäß

  • 1. Wahl: Austernschalen haben sich gut bewährt. Man kann sie am Nordseestrand finden oder im Deko-Laden kaufen. Der Kalk ist hitzefest, die Schale selbst oft tief und gefäßartig eingewölbt. Ein Nachteil ist, dass die flache Schüsselform zu wenig imposanten Feuerbällchen führt. Es scheint, das Öl spritzt bei Wasserbeschuss in viele verschiedene Richtungen ohne an einer Stelle einen vernünftigen Feuerball zu geben. Siehe auch 👉 Austernschale
  • 2. Wahl: Teelicht-Schalen sind als Heizgefäß für das Öl bedingt bedingt geeignet. Ein Vorteil ist, dass sie überall billig zu kaufen sind. Aucn leiten sie aufgrund ihrer Kleinheit die Hitze kaum ab. Damit erhitzt sich das Öl recht schnell. Ein weiterer Vorteil scheint ihre Wandung zu sein: das bei Wasserbeschuss herausspritzende Öl wird in eine gemeinsame Richtung geführt, wo dann ein ansehnlicher Feurball entstehen kann. Ein Nachteil der Teelicht-Schalen ist, dass recht schnell durchglühen. Dann kann Öl in den Gasbrenner tropfen was a) gefährlich werden kann und b) die Düsenöffnungen des Gasbrenner verkleben oder zumindest verschmutzen kann. Siehe auch 👉 Teelicht [und davon nur die Schale aus Metall]

Zange

Um den Behälter mit dem Öl in die Flamme zu halten benutzen wir eine sogenannte Tiegelzange. Diese Zangen sind feuerfest und haben keine Plastikteile die schmelzen könnten. Alternativ kann man auch eine handliche Rohrzange oder eine Wasserpumpenzange benutzen.

Ölzündung

Zunächst erhitzt sich das Öl über der Flamme. Öl kann noch bei über 200 °C sieden ohne zu kochen. In diesem Zustand hat es eine hohe Energiedichte. Man sollte auf alle Fälle vermeiden, mit dem heißen Öl in Berührung zu kommen. Erreicht das Öl seinen sogenannten Rauchpunkt, sieht man zum ersten Mal Dämpfe und Rauch aufsteigen. Das kündigt oft die kurz bevor stehende Zündung des Öls an. Es sind die Dämpfe des Öls, vermischt mit dem Sauerstoff der Luft, die alleine aufgrund ihrer Hitze plötzlich zünden. Hat das Öl gezündet, kann man den Behälter auf den Boden stellen und den Gasbrenner in weite Ferne entrücken.

Wasserinjektion

Man hat nun den kleinen Behälter mit dem brennenden Öl auf dem Boden stehen. Aus möglichst großer Entfernung schießt man dann mit einer Wasserpistole in das Öl hinein. Man injiziert Wasser in das Öl. Jeder Treffer wird eine kleine Ölexplosion mit viel Rauch auslösen. Nach einigen Treffern ist das Öl aufgebraucht und das Feuer erlischt.

Trivia


  • Bei 2 Millilitern Salatöl mit einer Dichte von etwa 0,9 g/cm³ (1 Milliliter = 1 cm³) und einem Brennwert von etwa 40 MJ/kg kommt man bei einer vollständigen Verbrennung auf knapp unter 80 tausend Joule freigesetzer Energie. Siehe auch 👉 Joule

Fußnoten


  • [1] Am ersten Weihnachtsfeiertag 2022 geriet in der Küche eines Mehrfamilienhauses heißes Fett für ein Fondue in Brand. Der Mann wollte mit Wasser löschen. Es kam zur Fettexplosion. Der Mann wurde mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht. Die gesamte Wohnung sei anschließend nicht mehr nutzbar gewesen. In: Missglückter Löschversuch in Langenfeld Mann durch Fettexplosion schwer verletzt. Rheinische Post. 26.12.2022
  • [2] In: In Bremerhaven musste ein 26 Jahre alter Mann mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Hamburg geflogen werden. Er hatte versucht, einen Fettbrand in einer Bratpfanne mit Wasser zu löschen. Bei der Verpfuffung wurden mehrere Türen aus den Angeln gehoben. Das zeigt die Kraft der Fettexplosion auch jenseits des eigentlichen Feuerballes an. In: Fettexplosion in Küche: Türe aus Wänden gerissen. 11. September 2025. Online: www.dieniedersachsen.de/unfall/fettexplosion-in-kueche-tuere-aus-waenden-gerissen-3053950



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