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Temperaturprofil

Physik

© 2026




Definition


Als Temperaturprofil bezeichnet man die Angabe verschiedener Temperaturen entlang einer Linie [1], etwa entlang einer Höhenlinie durch die Atmosphäre. [2]

Beispiele


Immer wenn man entlang einer Linie an verschiedenen Stellen die Temperatur misst, kann man daraus ein Temperaturprofil erstellen.

Atmosphäre


0,65 °C weniger pro 100 Meter
Je höher man steigt, desto niedriger ist die Lufttemperatur. Das gilt zumindest im statistischen Mittel. Auf Meereshöhe beträgt die durchschnittliche Lufttemperatur in etwa 15 Grad Celsius. Bis in eine Höhe von 4000 Metern gilt dann die Faustregel, dass die Temperatur pro 100 Meter um 0,65 Grad Celsius sinkt. Diesen Effekt kann man deutlich spüren, wenn man mit einer Seilbahn in kurzer Zeit einen hohen Berg hinauffährt. Das Temperaturprofil für eine hypothetische durchschnittliche Erdatmosphäre bis in eine Höhe von 86 Kilometern, also bis fast an die Grenze des Weltraums, steht im Artikel 👉 Internationale Standardatmosphäre Temperatur

Erdkruste


Gleichmäßige Temperatur
Gräbt man an einem heißen Sommertag am Sandstrand in die Tiefe, nimmt die Temperatur zunächst ab. In den Boden hinein wird es kühler. Umgekehrt hat der Boden in wenigen Metern Tiefe im Winter in der Regel eine etwas höhere Temperatur als die Luft. Bis in eine Tiefe von etwa 20 bis 50 Metern hat der Boden dann eine zeitlich recht gleichmäßige Temperatur, nämlich die durchschnittliche Jahrestemperatur. Das sind für Deutschland um 2020 etwa 10 °C. Siehe dazu auch 👉 Bodentemperatur

3 °C mehr pro 100 Meter
Ab 20 bis 50 Metern Tiefe aber nimmt dann die Temperatur des Untergrundes langsam immer mehr zu. Man spricht dann auch nicht mehr von einem Boden sondern vom Gebirge (auch im Flachland) oder vom Untergrund. Teuft man zum Beispiel in Deutschland einen tiefen Schacht für ein Bergwerk ab, dann wird man feststellen, dass mit zunehmender Tiefe die Gebirgstemperatur deutlich ansteigt. Im ehemaligen Aachener Steinkohlenrevier etwa kamen mit 30 Metern mehr Tiefe etwa 1 °C mehr Gebirgstemperatur dazu. In 900 Metern Tiefe herrschten dann gut 30 °C oder mehr. Dieses Muster der Temperaturzunahme gilt zumindest näherungsweise für die Erdkruste, das heißt für die oberen 2 [3] bis über 70 km Kilometer der Erde, je nach Ort. In der Geologie bezeichnet man diese Art der Darstellung von einem Temperaturprofil als 👉 geothermische Tiefenstufe

Heißluftpistole


Super-Föhn! Heißluftpistolen werden unter anderem in Baumärkten angeboten. Man benutzt sie zum Beispiel zum Entfernen von Lacken oder Farben auf Oberflächen oder zum Erweichen von Kunststoffen. Von der Bauweise her ähnelt eine Heißluftpistole einem Föhn. Die Austrittstemperaturen der Luft an der Düse sollen bei manchen Modellen bis weit über 500 °C reichen. Damit kann man sogar Metalle wie Zinn, Bismut oder auch Tellur (giftige Dämpfe
) zum Schmelzen bringen.

Am 5. November 2026 richteten wir eine Heißluftpistole [4] mit einer maximalen Heizleistung von etwa 2000 Watt auf ein frei in der Luft aufgehängtes Zuckerthermometer mit einem Messbereich von 40 bis 200 °C. Gemessen wurde die für verschiedene Entfernungen des Düsenaustritts zum Thermometer angezeigte Temperatur.

Stufe I (wenig Leistung)

  • 10 cm -> 145 °C
  • 20 cm -> 90 °C
  • 40 cm -> 60 °C
  • 60 cm -> 44 °C
  • 80 cm -> 40 °C
  • 100 cm -> weniger als 40 °C

Stufe II (viel Leistung)

  • 10 cm -> weit über 200 °C
  • 14 cm -> 196 °C
  • 16 cm -> 180 °C
  • 18 cm -> 156 °C
  • 20 cm -> 140 °C
  • 40 cm -> 96 °C
  • 60 cm -> 69 °C
  • 80 cm -> 58 °C
  • 100 cm -> 50 °C

Das dünne Flüssigkeitsthermometer erlaubte der heißen Luft ein Umfließen, sodass man keinen Hitzestau befürchten musste. In der Bedienungsanleitung wurde ein Mindestabstand von 10 bis 15 cm empfohlen. Bei Stufe I ist interessant, dass die Temperatur bei einer weiteren Annäherung bis auf 5 cm nicht mehr merklich anstieg. Bei Stufe II kann man mit einer wesentlich höheren Temperatur als die maximal erfassten 200 °C rechnen. Mit der verwendeten Heißluftpistole wurden nämlich zum Beispiel Metallstücke aus Zinn und Bismut geschmolzen. Zu dem verwendeten Gerät siehe den Artikel 👉 WH54 20261030 Inventar Heißluftpistole

Fußnoten


  • [3] Extrem dünne Erdkrusten in Norwegischen Becken werden beschrieben in: Breivik et al. (2006), Seismische Refraktionsmessungen; Greenhalgh & Kusznir (2007). Siehe auch 👉 Erdkruste

Siehe auch

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