Fabrik


­čĆş Definition


Basiswissen


Als Fabrik bezeichnet man einen Ort, an dem G├╝ter in gro├čer Anzahl, mit starker Arbeitsteilung, durchdachter Organisation und mit einem hohen Einsatz von Maschinen hergestellt werden. Das hatte weitreichende Folgen f├╝r die soziale Stellung der Mitarbeiter. Das ist hier kurz beleuchtet.

Hintergrundwissen


Das Wort Fabrik stammt aus dem Lateinischen und bedeutet w├Ârtlich so viel wie ein Herstellungsort (fabrizieren). Als Fabrik bezeichnet man heute vor allem gro├čindustrielle Produktionsst├Ątten aus der Zeit der industriellen Revolution, von etwa 1800 bis ins ausgehende 20te Jahrhundert. Der Besitzer einer Fabrik war der Fabrikant.

Wesentliche Eigenschaften einer Fabrik


Um eine Fabrik errichten zu k├Ânnen, ben├Âtigt man eine zun├Ąchst gro├če Menge an Kapital (Geld): Grundst├╝cke m├╝ssen gekauft werden, Verkehrswege und Geb├Ąude m├╝ssen errichtet, Maschinen gekauft und Menschen eingestellt werden. Die so errichtete Fabrik machte meist Gewinn durch Massenproduktion. Maschinen waren der wichtigste Produktionsfaktor, Handarbeit spielte eine untergeordnete Rolle. Alle Prozesse waren stark arbeitsteilig organisiert. Oft, aber nicht immer, waren Standortortvorteile wie Kohle- und Erzlagerst├Ątten ausschlaggebend f├╝r den Erfolg:

◦ In der Fr├╝hzeit der industriellen Revolution f├╝hrten Fabriken oft zu => Ausbeutung
◦ Eine Fabrik hat zur Errichtung einen anf├Ąnglich hohen Bedarf an => Kapital
◦ Die wichtigen Produktionsmittel sind im Besitz des => Kapitalist[en]
◦ Fast alle Arbeitsprozesse unterliegen einer starken => Arbeitsteilung
◦ Als Produktionsfaktor in einer Fabrik ├╝berwiegt die => Maschine

Unterschied zur Manufaktur


Porzellan-Manufakturen oder Silberschmieden als Manufaktur: auch in einer Manufaktur sollen G├╝ter in gro├čer Anzahl und mit durchdachten Organisationsformen hergestellt werden. Der Unterschied zur Fabrik besteht vor allem in dem deutlich geringeren Einsatz von Maschinen und einem gleichzeitig h├Âheren Einsatz menschlicher Handarbeit, oft mit Resten von kreativer oder k├╝nstlerischer Gestaltungsfreiheit. Lies mehr unter => Manufaktur

Unterschied zur Produktionsst├Ątte


Jede Fabrik ist eine Produktionsst├Ątte, aber nicht jede Produktionsst├Ątte ist auch eine Fabri: das Wort Fabrik bezeichnet vor allem Produktionsst├Ątten mit hohem Maschinen- und Menscheneinsatz, man spricht hier auch von sogenannten Produktionsfaktoren. aber W├Ąhrend bei einer Fabrik so gut wie immer eine gro├če Anzahl von Mitarbeitern mitgedacht sein soll, l├Ąsst das Wort Produktionsst├Ątte offen, ob es viele oder ├╝berhaupt menschliche Arbeiter dort gibt. Lies mehr unter => Produktionsst├Ątte

Soziale Folgen f├╝r die Mitarbeiter


Seit etwa 1800 nahm die industrielle Revolution an Fahrt auf: Produktionsprozesse wurden immer st├Ąrker mit wissenschafltichen Methoden durchdacht. Die erstarkenden Ingenieurwissenschafteng konstruierten stets neue Maschinen (z. B. Web-, Dresch- oder S├Ągemaschinen). Doch paradoxerweise bewirkte der Einsatz von Maschinen nicht einen R├╝ckgang des Bedarfs an Arbeitskr├Ąften: zwar wurden lokal viele Industriezweige in ihrer Existenz bedroht (Weberaufstand in Schlesien), doch entstanden gleichzeitig entstanden neue gro├če Industrien mit einem hohen Bedarf an ungelernte Arbeitskr├Ąften: Bergwerke, Eisenh├╝tten oder Textilfabriken. Der einzelne Mitarbeiter konnte oft in kurzer Zeit angelernt werden und war damit leicht austauschbar. Er hatte damit eine schlechte Verhandlungsposition. Niedrige L├Âhne und zum Teil erb├Ąrmliche Arbeitsbedingungen waren oft die Folge. Es kam zur Entstehung eines Massenproletariats, dem Ph├Ąnomen der Entferfremdung, gro├čer Armut sowie struktureller => Ausbeutung

Was ist eine Erwerbsorganisation?


Dieses Wort ist eng begrenzt auf eine Theorie des deutschen Biologen und Universaldenkers Hans Hass. Hass beschrieb funktionale Analogien zwischen Lebewesen, Fabriken, kleineren Produktionsst├Ątten und auch ganzen Staatsgebilden. Er formulierte die These, dass sich Menschen in Verbindung mit Maschinen hin zu einem ├ťberwesen entwickeln k├Ânnten. Die straff durchgeplante Erwerbsorganisation konnte zum Beispiel eine Fabrik sein und soll eine Vorstufe hin zu einer neuen Lebensform darstellen. Lies mehr dazu unter => Erwerbsorganisation

Beispiele


◦ Eine Stahlfabrik nennt man allgemein ein => Stahlwerk
◦ Eine Eisenfabrik nennt man eine => Eisenh├╝tte
◦ Eine Stromfabrik nennt man ein => Kraftwerk
◦ Eine D├╝ngerfabrik ist z. B. ein => Kaliwerk
◦ Eine Schiffsfabrik nennt man eine => Werft