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Evaporation

Physik

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Definition


Als Evaporation bezeichnet man in der Geologie die Verdunstung von Wasser über großen Flächen. Seit langem steht das Wort in enger Verbindung mit dem Verdampfen [4] [5] oder Verdunsten [6] von Seewasser [3]. Heute überwiegt die Bedeutung der Verdunstung von Wässern unterhalb ihrer Siedetemperatur. [1]

Video


Dass schon kleine Mengen an Salzwasser gut sichtbare Evaporite hinterlassen, kann man mit einem sehr simplen Versuch leicht anschaulich machen. Ideal dazu sind ein brüllend heißer, sonniger Tag und eine schwarze Unterlage.



10 Milliliter gesättigte Salzlake (Dichte gemessen fast 1,19 g/cm³) werden auf eine über 55 Grad heiße Schieferplatte gekippt. Zur Kontrolle wird links daneben auch Leitungswasser ausgekippt. Schon nach wenigen Minuten in der prallen Sonne sieht man einen deutlichen Unterschied. [2]

Mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen was passiert, wenn das gesamte Mittelmeer verdunstet. Und das ist vor wenigen Millionen Jahren auch tatsächlich einmal passiert. Siehe dazu den Artikel über die 👉 messinische Salinitätskrise

Riesige Salzlagerstätten


In der fernen Zeit des Zechsteins, etwa zu der Zeit als aus den Reptilien die Dinosaurier entstanden, lagen große Gebiete Deutschlands nahe am Äquator. Eingebunden in den Urkontinent Pangäa gab es damals große Becken, die immer wieder mit Meerwasser voll liefen und dann völlig verdunsteten. Beim Verdunsten, der Evaporation, blieben die vorher gelösten Salze in Schichten von hunderten Metern Mächtigkeit auf dem alten Meeresboden zurück. Diese Schichten liegen heute oft mehrere hunderte Meter tief unter der Oberfläche von Hessen, Niedersachsen, Thüringen oder auch Nordrhein-Westfalen (und anderen Gebieten). Dort werden sie großindustriell bergmännisch abgebaut. Die wichtigste Verwendung ist als mineralisches Düngesalz. Zur erdgeschichtlichen Entstehung siehe auch den Artikel über das 👉 Zechstein

Fußnoten


  • [1] "Im Gegensatz zum physiologisch geregelten Vorgang der Transpiration pflegt man die "freie" Verdunstung als Evaporation zu bezeichnen (von vapor = Wasserdampf; evaporare = Entweichen von Wasserdampf). Was man dabei unter "freier" Verdunstung verstehen soll, ist im Schrifttum noch nicht einheitlich festgelegt." In: Huber, B. (1956). Die Evaporation. In: Adriani, M.J., et al. Pflanze und Wasser / Water Relations of Plants. Handbuch der Pflanzenphysiologie / Encyclopedia of Plant Physiology, vol 3. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-94678-3_16
  • [2] Zum Versuch im Video: das Video entstand im frühen Nachmittag am 22. Juni 2026 in der Wilhelmstraße 54 in Aachen. Die Sonne hatte die Luft über einer Schieferplatte auf gut 55 °C aufgeheizt. Die Platte selbst war vermutlich noch wärmer. Die Salzlake war künstlich hergestellt. Auf der Packung des Salzes stand: "Carat Jodsalz Feinkörnig mit Flourid. Hergestellt für den Discounter Netto. Zutaten: Speisesalz, Kaliumflourid, Kaliumjodat, Natriumferrocyanid (als Trennmittel). Mineralstoffe nach Gehalt: Flourid mit 31 mg pro 100 g und Jod mit 2000 µg pro 100 g". Etwa 3,5 Kilogramm dieses Kochsalzes wurde so mit frisch gekochtem, heißem Leitungswasser aufgefüllt, dass dabei etwa 10 Liter Lake entstanden. Auf dem Boden war deutlich viel Salz zu sehen, auch noch nach insgesamt 5 Tagen. Damit kann man die Lösung als gesättigt ansehen. Eine Dichtemessung mit einer Spindel ergab einen Wert von etwa 1,19 g/cm³. Eine gravimetrische Dichtebestimmung ergab für 250 ml der Lösung bei einem Gewicht von 290,8 Gramm eine Dichte von rund 1,63 g/cm³. In dem Versuch wurden 10 Milliliter Leitungswasser (links) und 10 ml der Lake (rechts) auf die Schieferplatte gekippt. Schon nach wenigen Minuten zeigte sich rechts eine markante Salzkruste mit Ring am Rand. Das Kontrollwasser links zeigte keinerlei Veränderung der Schieferoberfläche.
  • [3] Borax aus verdunstetem Seewasser: "Der meiste Borax wird aus Ostindien von den Tibetanischen Gebirgen gebracht. Eine andere Sorte kommt aus Persien, in grünlichen, fettig anzufühlenden Stücken, oder in undurchsichtigen grünlich-gelben, in sechsseitigen zusammengedrückten Prismen, mit irregulairen Endspitzen versehenen Krystallen. Er wird daselbst durchs Verdunsten eines Seewassers (Evaporation) erhalten, und nach dortiger Sprache Swagah genannt." In: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 7. Amsterdam 1809, S. 136. Online: http://www.zeno.org/nid/20000785938
  • [4] Früher (1854) auch in Folge einer Verdampfung: "Evaporation, lat.-deutsch, Ausdünstung; Verdampfung; evaporiren, ausdünsten; verdampfen." In: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 636. Online: http://www.zeno.org/nid/20003325857
  • [5] Speziell auch zur Salzgewinnung: " Evaporiren (v. lat.), abdampfen; daher Evaporation, Ausdünstung, Abdampfen; Evaporationskasten, die Siedepfannen in den Alaunwerken, s.d.; Evaporator, in Salzwerken über der Pfanne eine Vorrichtung zur Abhaltung des Luftzugs von derselben; Evaporatorium, so v.w. Atmidometer." In: Pierer's Universal-Lexikon, Band 6. Altenburg 1858, S. 21. Online: http://www.zeno.org/nid/20009891110
  • [6] Später nur noch Verdunstung: "Evaporation (lat.), Abdampfung, Verdunstung. Evaporationskraft des Klimas, das Vermögen, die Verdunstung je nach der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit zu vermehren oder zu vermindern." In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 198. Online: http://www.zeno.org/nid/20006577474



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