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Wippe

Mechanik

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Definition


Als Wippe bezeichnet man heute ein Spielgerät. Ein Balken liegt mittig auf einem Drehpunkt. An den zwei Enden gibt es dann je eine oder auch mehrere Sitzmöglichkeiten. Das Wort hat heute viele seiner ursprünglichen Bedeutungen weitgehend verloren. [1] [2] [3] [4] Physikalisch gesehen ist eine Wippe ein 👉 zweiseitiger Hebel



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Wippen aus dem Jahr 1912: deutlich sieht man, wie die spielenden Kinder die Gesetze der Mechanik ausnutzen, um selbst einen maximalen Effekt zu erzeugen. © Seattle Municipal Archives ☛


Fußnoten


  • [1] Im Jahr 1801 hatte das Wort Wippe noch mehrere Bedeutungen als bloß ein Spielgerät: "Die Wippe, plur. die -n. 1. Der Zustand, da etwas wippet; figürlich, und ohne Plural. Auf der Wippe stehen, in Gefahr, unglücklich zu werden. Sein Glück stehet auf der Wippe. 2. Der Zustand, da etwas gewippet wird; auch ohne Plural. Einem Verbrecher die Wippe zuerkennen, die Strafe, gewippet zu werden. Die Kippe und Wippe, das strafbare Beschneiden und Auswiegen der Münzsorten, wofür doch Kipperey und Wipperey üblicher ist. 3. Ein Werkzeug, welches wippet, d.i. sich um einen Punct schnell auf und nieder beweget; in welcher Bedeutung es verschiedene Arten von Wippen gibt. Ein in der Mitte aufliegendes Bret, worauf sich Kinder zu schaukeln pflegen, heißt in manchen Gegenden eine Wippe, sonst auch eine Schaukel. In Niedersachsen ist Wippe oder Wuppe ein Stürzkarren, wo der um eine Achse bewegliche Kasten niederfällt, die Ladung auszuschütten. Auch der Schnellgalgen heißt in manchen Gegenden die Wippe, oder der Wippgalgen. In den Seestädten ist es eine Art einfachen Krahnes, Lasten damit aus den Schiffen und in[1569] dieselben zu winden. Die Wippe der Nadler ist ein eiserner Hebel, vermittelst desselben die Knöpfe auf die Schäfte der Stecknadeln aufzustampfen. Bey Sammt- und Zwillichwebern, in den Münzen, an den Thurmuhren u.s.f. sind die Wippen ähnliche Hebel oder Wagebalken, andere Theile schnell zu heben, oder fallen zu lassen. Bey den Drechslern ist es die lange biegsame Stange, woran die Darmsaite befestigt ist. S. Wippen." In: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1569-1570. http://www.zeno.org/nid/20000537993
  • [2] Im Jahr 1865 war die Bedeutung als Spielgerät schon weiter oben in der Liste: "Wippe, 1) ein in der Mitte aufliegendes Bret, welches Kinder als Schaukel benutzen; 2) so v.w. Schütt- u. Stürzkarren, s.u. Karren 3); 3) bei mehren Maschinen ein Hebel, durch welchen etwas schnell in die Höhe gehoben od. niedergelassen wird, vgl. Brücke I. C) a), Orgel u. Stecknadeln: 4) hebelartiges Instrument zum Spannen der größeren [278] Armbrüste; 5) Stück Eisen, welches beim Aufziehen der Thurmuhren zwischen zwei Zähnen des ersten od. Bodenrades gesteckt wird, damit der Gang der Uhr während des Aufziehens nicht aufgehalten wird; 6) eine Strafe, wobei man den Verbrecher mit einem Seile wiederholt an einem Wisch- od. Schnellgalgen in die Höhe zog u. mit einem schmerzlichen Ruck wieder sinken ließ; 7) (Wurst, Wase), s.u. Faschinen b). Daher Wippenband, schlanke Ruthen, womit die Faschinen zusammengebunden werden." Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 278-279. Online: http://www.zeno.org/nid/20011296542
  • [3] 1905 war die Bedeutung als Spielgerät dann vorherrschend: " Schaukelgeräte, Turngeräte, die in Schwingung versetzt werden können. So die Wippe, ein leichter Balken, der in seiner Mitte an einem aufrechten Ständer, etwa in Kopfhöhe der Übenden, auf und ab drehbar angebracht ist, mit Querhölzern an den Enden zum Greifen der Hände; oder auch ein in geringerer Höhe entsprechend drehbares Brett zum Auftreten. [707] Andre S. hängen frei an Seilen oder Ketten, wie insbes. das Schaukel- oder Schwebereck (Trapez), die vielbenutzten Schaukelringe und die (an den vier Enden getragene) Schaukeldiele." In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 707-708. Online: http://www.zeno.org/nid/20007414498
  • [4] 1910, ein technisches Wörterbruch ignoriert die Bedeutung als Spielgerät: "Wippe, Bezeichnung für 1. eine Art Tritthammer (s.d.); 2. kleines Fallwerk zum Beteiligen der runden Stecknadelköpfe an den Schäften (s. Bd. 6, S. 557); 3. (in Walzwerken) Hebevorrichtung für das Walzgut (s. Walzen)." In: Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8 Stuttgart, Leipzig 1910., S. 938. Online: http://www.zeno.org/nid/20006149448

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