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Thomas Robert Malthus


Nationalökonom


Basiswissen


Der Engländer Thomas Robert Malthus (1766 bis 1834) war ein Nationalökonom. Mit seiner Schrift zum Bevölkerkungsgesetz [1] beeinflusste er stark das Denken von Charles Darwin und damit die Entstehung der Evolutionstheorie. Das ist hier kurz vorgestellt.

Malthus' Bevölkerungsgesetz


Malthus hatte argumentiert, dass die Anzahl von Menschen in einer Bevölkerung geometrisch (das heißt exponentiell) wächst, während die zum Leben nötigen Mittel nur arithmetisch (das heißt linear) zunehmen. Das heißt: die Anzahl der Menschen wächst schneller als ihre Lebensgrundlagen. Damit kommt es mit gesetzmäßiger Sicherheit zu immer wiederkehrenden Katastrophen, in denen eine große Zahl von Menschen zwangsläufig stirbt. Ein solches Ereignis nennt man heute auch eine Malthusianische Katastrophe ↗

Malthus und der Darwinismus


Der Urheber der modernen Evolutionstheorie, Charles Darwin (1809-1882), hat in seinen Schriften mehrmals Bezug auf Malthus genommen. Dabei hat Darwin Malthus' Werk intensiv gelesen und dazu Notizen angefertigt [2]. Die Notizen zeigen, wie Darwin aktiv nach einem Gedanken suchte, der die Vielfalt des evolutionären Geschehens mit Hilfe von einem Prinzip verbinden konnte. Malthus Betonung, dass in einem Kampf aller um begrenzte Ressourcen die Schwachen unterliegen müssen, war genau ein solches Prinzip. Dieses Prinzip erscheint in Darwins Theorie als Selektion, der Auswahl der am besten angepassten Individuen. Siehe dazu auch auch den Artikel zum Darwinismus ↗

Malthus als Sozialdarwinist


Die prägende Prämisse des Sozialdarwinismus ist die Idee, dass der Kampf ein unvermeidbares und gleichzeitig auch förderliches Prinzip für Fortschritt ist. Daraus folgt, dass auch menschliche Opfer ein (angemessener) Preis für Fortschritt sind. Malthus starb bevor Darwin seine Theorie entwickelt hatte, kann also im engeren Wortsinn kein Sozialdarwinist gewesen sein. Malthus hatte aber in genau diesem Sinn argument als er schrieb: "Ein Mensch, [...] der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen…" [3]. Siehe auch Sozialdarwinismus ↗

Litaratur