Salinität
Definition
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Basiswissen|
Definition|
Beispiel Nordseewasser|
Überraschend viel|
Praktische Bedeutung|
Messmethoden|
Leitfähigkeit|
Verdunstung|
Salzwasserspindel|
Fußnoten
Basiswissen
Der Salzgehalt in Gewichts-%: Salinität meint den Salzgehalt eines Gewässers. Man gibt es oft als Masseanteil, etwa in Gramm Salz pro Kilogramm Wasser an. Üblich sind auch Prozent- und Promilleangaben.
Definition
Die Salinität im Sinne der Ozeanographie ist definiert als die Menge aller gelösten Salz in einer bestimmten Menge Wasser:
DEFINITION:
"Unter Salzgehalt oder Salinität eines Wassers wird die Gesamtheit aller darin gelösten oder dissoziierten Salze verstanden. Zu den wichtigsten in Gewässern vorkommenden mineralischen Ionen gehören Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium. Organische Salze sind meist vernachlässigbar." [1]
"Unter Salzgehalt oder Salinität eines Wassers wird die Gesamtheit aller darin gelösten oder dissoziierten Salze verstanden. Zu den wichtigsten in Gewässern vorkommenden mineralischen Ionen gehören Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat, Natrium, Calcium, Magnesium und Kalium. Organische Salze sind meist vernachlässigbar." [1]
Die Salinität gibt also nicht alleine den Gehalt von NaCl im Wasser an sondern den Gehalt aller im Wasser gelösten Salze. Gemessen werden kann das unter anderem über die elektrisch Leitfähigkeit. [2]
Beispiel Nordseewasser
Vielen vertraut sein dürfte das Wasser der Nordsee. Wenn man es versehentlich oder bewusst schluckt, nimmt man deutlich und eher unangenehm die hohe Salzigkeit war.
- Etwa 3,5 Gramm pro 100 Gramm Meerwasser
- Etwa 35 Gramm pro Kilogramm oder Liter 👉 Meerwasser
- Etwa 3,5 👉 Gewichtsprozent
- Etwa 35 👉 Promille
Um das grob zu überprüfen, kann man zum Beispiel einen Liter Meerwasser von der Nordsee wiegen. Das zurückbleibend Salz sollte in etwa in der Gegend von 35 Gramm Masse haben. Einen Vergleich mit anderen Gewässern findet man auf der Seite zu 👉 Salinitäten
Überraschend viel
Führt man Versuche zum Auflösen von Salz vor, sind viele Zuschauer immer wieder überrascht, welch große Mengen an Salz man in doch vergleichsweise wenig Wasser ganz auflösen kann. Nach einer erfolgreichen Auflösung ist die Lösung glasklar.
Gut 350 Gramm Speisesalz kann man in einem Liter Leitungswasser auflösen. 350 Gramm geben einen ansehnlichen Schüttkegel den man nicht mehr ohne weiter bequem auf einer Handfläche halten könnte.
Und umgekehrt kann man Salz in Wasser nicht nur auflösen, sondern es auch wieder aus dem Salz gewinnen. Dazu dienen Salinen und Meerwasserentsalzungsanlagen. Zu einer Anleitung für einen einfachen Tischversuch siehe auch den Artikel zur 👉 Löslichkeit von Natriumchlorid
Praktische Bedeutung
- Die Salinität hat verschiedene Auswirkungen.
- Viele Tiere können nur bei einem bestimmten Salzgehalt leben.
- Besitzer von Seewasseraquarien müssen das genau beachten.
- Auch verändert die Salinität die Dichte des Wassers.
- Je salzhaltiger ein Wasser ist, desto dichter ist es.
- Treffen Wässer unterschiedlicher aufeinander, ...
- können dadurch starke Strömungen entstehen.
- Auch haben Schiffe bei wenig Salzgehalt mehr Tiefgang.
- Fahren Sie von einem Meer in einen Fluss, sinken sie tiefer ein.
Messmethoden
Leitfähigkeit
Die Salinität von Meerwasser kann indirekt über die elektrische Leitfähigkeit als sogenannte Proxy-Variable gemessen werden [2]: je mehr gelöstes Salz Wasser enthält, desto höher ist auch die Leifähigkeit. In einer offiziellen Messanleitung für die Leitfähigkeit von Lösungen [3] ist beispielhaft eine Tabelle von gelöstem Salz und der dazugehörigen Leitfähigkeit angegeben. Man erkennt eine weitgehend proportionale Zuordnung:
Legende
- Spalte 1: Konzentration von KCl (Magnesiumchlorid) in der Wasserlösung in Mol pro Liter (mol/l)
- Spalte 2: elektrische Leitfähigkeit in Millisiemens pro Meter (mSm/m)
Tabelle
- 0,0005 | 7,4
- 0,001 | 14,7
- 0,005 | 72
- 0,Ol | 141
- 0,02 | 277
- 0,05 | 670
- 0,1 | 1290
- 0,2 | 1480
Verdunstung
Man kann auch eine bekannte Menge Lösung, zum Beispiel Meerwasser, vollständig verdunsten lassen. Anschließend wiegt man die Menge des zurück gebliebenen Salzes. Dabei muss man beachten, dass manche Salze Wasser fest an sich binden. Um den reinen, trockenen Salzgehalt zu bestimmen, müsste man die Rückstände der Verdunstung erst noch trocknen.
Salzwasserspindel
Sehr schnelle Ergebnisse bekommt man über eine sogenannte Salzwasserspindel, eine besondere Auführung von einem Salinometer (Salzmessgerät). Die Spindel ist ein langer zylinderförmiger Körper mit einem tiefen Schwerpunkt unten. In Wasser getaucht schwimmt die Spindel aufrecht. Je höher der Salzgehalt, desto mehr Auftrieb und desto weiter hebt sich die Spindel aus dem Wasser heraus. Eine Skale am Spindelkörper erlaubt die direkte Ablesung der Salinität an der Wasserlinie. Siehe mehr unter 👉 Salzwasserspindel
Fußnoten
- [1] RaKon; Bundesanstalt für Gewässerkunde (Hrsg.). 2015. RaKon Teil B: Arbeitspapier II — Hintergrund- und Orientierungswerte für physikalisch-chemische Qualitätskomponenten zur unterstützenden Bewertung von Wasserkörpern entsprechend EG-WRRL. Wasserblick / BfG. Stand 9. Januar, 2015. Online: https://wasserblick.bafg.de/servlet/is/142684/RaKon-B-Arbeitspapier-II_Stand_20150109.pdf
- [2] Salinität wird definiert als "Salzgehalt von Gewässern oder auch Böden. Maßzahl für die im Wasser gelöste Salzmenge." Zur Bestimmung heißt es: "Der Grad der Salinität wird mit Hilfe der 'Praktischen Salinitätsskala' [...] angegeben und hat keine Einheitenbezeichnung. Seit 1978 gilt die „Practical Salinity Scale“ (PSS78)." Es wird erläutert, dass diese Definition unabhängig von der Kenntnis der genauen Ionenzusammenstzung des Meerwassers ist. Als Vergleich dient das Wasser des nördlichen Atlantiks: "Die PSS78 basiert auf einer Seewasserprobe, die im Vergleich zu einer Lösung von 32,4356 g Kaliumchlorid (KCl) in einem Kilogramm Lösung ein Leitfähigkeitsverhältnis von 1 hat. Als Standardwasser wurde das Wasser des Nordatlantiks gewählt. Dies hat eine Chlorinität von 19,3740 ‰ und definiert so den 35,00 ‰ Punkt der Skala." In: der Artikel "Salinität" im "Meereisportal", online gestellt vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Abgerufen am 18. Dezember 2025. Online: https://www.meereisportal.de/glossar/Salinität
- [3] ISO 7888:1985 – Water quality — Determination of electrical conductivity. Englische Fassung der europäischen Norm EN 27888:1993. Siehe auch 👉 Elektrische Leitfähigkeit