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Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Mystik

Religion

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Basiswissen


Als Mystik bezeichnen das Christentum, das Judentum und der Islam Lebensformen und Übungen zur Erlangung direkter Gotteserfahrungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei oft die Abkehr von Alltagsgedanken und die Wiederholung möglichst monotoner Abläufe.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
In der mystischen Versenkung sollen Erfahrungen eines Eins-Seins mit Gott oder der ganzen Welt gemacht werden können. Verweisen diese Erfahrungen auf eine echte Realitiät oder sind sie nur vom Gehirn produzierte Gespinste? © Gunter Heim/KI ☛


Abgrenzung


In der Theologie hat der Begriff Mystik die oben verwendete enge Bedeutung. In erweiterter Form bezeichnet er heute aber auch andere Formen direkter Wahrheitserfahrungen. Dass diese Wahrheiten mit einem personifizierten Gott in Verbindung stehen ist dann nicht wesentlich.

Naturwissenschaft


Mystische Erfahrungen gelten in den (Natur)Wissenschaften nicht als Wahrheitskriterium. Gleichwohl gibt es viele Berichte, dass naturwissenschafltiche Erkenntnisse in einer Art mystischer Wahrheitsschau erlangt wurden. Ein häufig zitiertes Beispiel ist Maxwells Beschreibung von Erkenntnisprozessen: "There are powers and thoughts within us, that we know not till they rise, Through the stream of conscious action from where the Self in secret lies. But when Will and Sense are silent, by the thoughts that come and go, We may trace the rocks and eddies in the hidden depths below." Den Gedanken, dass wissenschaftliches Denken für sich exitierende Wahrheiten berührt und spürbar macht nennt man auch 👉 Platonismus

Mystiker


Berühmte Mystiker der christlichen Tradition Westeuropas waren etwa Meister Eckhart (um 1260 - 1328), Johannes Tauler (um 1300 - 1361), Heinrich Seuse (um 1295 - 1366) und Angelus Silesius (1624 - 1677). Bekannte Mystiker der jüdischen Tradition waren etwa Abraham Abulafia (1240 - nach 1291) und Isaak Luria (1534 - 1572). Für den Islam zu nennen sind Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī (1207 - 1273) und Ibn Arabi (1165 - 1240). Aber auch in der orthodoxen Ostkriche gab es Mystiker wie Symeon (949 - 1022) oder Gregorios Palamas (1296 - 1359).

Fußnoten


  • [2] Aldous Huxley: The Perennial Philosophy (Deutsch: Die ewige Philosophie: Eine Anthologie und Interpretation großer mystischer Texte aus drei Jahrtausenden). Harper & Brothers. 1945. Siehe auch 👉 Aldous Huxley
  • [3] Das Heilige: Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen. Verlag: Trewendet & Granier, erschienen 1917 in Breslau. 2004 neu aufgelegt unter der ISBN: 3-406-51091-4.
  • [4] Rudolf Otto: West-östliche Mystik. Zweite ergänzte Auflage. Leopold Klotz Verlag, Gotha. 1929.
  • [5] Hartmut Sommer: Die bedeutendsten Mystiker: Große Mystiker des Christentums aus zwei Jahrtausenden. marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg; 1. Edition (20. März 2013). 256 Seiten. ISBN: 978-3865399762.
  • [6] Ein Lexikon aus dem Jahr 1923 definiert: "Mystik, Mystizismus mag vorläufig einen Seelenzustand bedeuten, in welchem man sich zur geheimnisvollen Vereinigung mit dem All hingezogen fühlt und das Unwißbare zu wissen glaubt über solche Vereinigung." Das Zitat stammt aus einem sehr umfangreichen und kritischen Artikel. In: Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. Leipzig 1923, Band 2, S. 362-388. Online: http://www.zeno.org/nid/20006181147

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