Heißluftpistole
Physik
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Definition
Eine Heißluftpistole ist ein Heißluftgebläse und technisch mit Föhnen und Heizlüftern verwandt. Typische Austrittstemperaturen der Luft liegen zwischen 50 bis 600 °C bei Volumenströmen von 150 bis 500 Litern pro Minute. Man kann die Geräte im Baumarkt kaufen. Oft werden sie zum Erweichen von Kunststoffen oder zum Ablösen von Lacken und Farben verwendet.
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Mindestens 70 bis 80 °C Polypropylen erweicht schon weit unter 100 °C. Solche Temperaturen werden in wenigen Sekunden erreicht. Siehe auch 👉 Polypropylen
Mit heißer Luft Metall schmelzen? Mit Zinn ist das kein Problem. Die Schmelztemperatur liegt bei vergleichsweise niedrigen 239,1 °C. Siehe auch 👉 Zinn
Die Zündköpfe von handelsüblichen Streichhölzern sollen bei zum Beispiel 260 °C zünden. Auch diese Temperatur kann der Strom heißer Luft aus dem Gerät mühelos erzeugen. Siehe auch 👉 Streichholz
Bismut schmilzt bei 271,3 °C. Man erkennt das Schmelzen des Metalls an dem Auseinanderfließen der ursprünglichen Form. Siehe auch 👉 Bismut
Sicherheit
Die Verwendung einer Heißluftpistole ist nicht ohne Gefahren. Mit etwas Vorsicht können aber Schäden und Verletzungen vermieden werden.
Vorher
- Bei unkontrollierbaren Situationen nicht scheuen, den Notruf 👉 112
- Immer ein Löschmittel griffbereit haben: Löschdecke oder 👉 Feuerlöscher
- Darauf achten, dass die Schlitze aufgesetzter Düsen frei sind.
- Nicht zusammen mit anderen Geräten an einem Mehrfachstecker benutzen. [1]
- Nicht über eine aufgerollte Kabeltrommel mit Strom versorgen. [2]
- Immer Schutzbrille tragen (umherfliegende Splitter)
- Zum Schutz immer mit einer feuerfesten Unterlage arbeiten, zum Beispiel aus 👉 Schiefer
- Keine brennbaren Flüssigkeiten (z. B. Spiritus, Alkohol) in der Nähe lassen.
- Leicht brennbare Kleidung ablegen, keine lockeren Ärmel oder Jacken tragen
- Wenn heißes Material tropfen kann: feuerfeste Schutzhandschuhe tragen
- Wenn schädliche Dämpfe entstehen können: gute Durchlüftung
- Wenn schädliche Dämpfe entstehen könenn: Atemmaske FFP2
Einsatz
- Luftstrahl nie auf Menschen richten
- Abstand von 10 bis 15 cm zum Objekt vermeidet Hitzestau
Notfall
- Bei Feuer sofort Notruf 👉 112
- Netzstecker ziehen
- Umgebung warnen
- Falls sinnvoll 👉 Feuerlöscher
- Falls sinnvoll 👉 Löschdecke
Nachher
- Das Gerät zum Abkühlen immer auf eine feuerfeste Unterlage legen.
- Nach dem Arbeiten und in Pausen: immer den Netzstecker ziehen.
Fußnoten
- [1] Fließender Strom erzeugt (fast) immer Wärme. Fließt zu viel Strom, gemessen als Ampere, können die Leitungen aus Metall so heiß werden, dass Plastikummantelungen schmelzen und Feuer fangen. Es droht ein Kabelbrand. Ziehen mehrere Geräte an einem Mehrfachstecker gemeinsam den Strom aus einer einzigen Zuleitung aus der Steckdose, kann diese Feuer fangen. Besser: Heißluftpistole direkt in die Steckdose der Wand stecken.
- [2] Läuft eine Heißluftpistole mit 2000 Watt bei einer elektrischen Spannung von etwa 240 Volt, dann fließen nach der Formel P=UI (Leistung als Produkt aus Spannung und Stromstärke) in der Leitung über 8 Ampere. Das ist schon sehr viel. Ist das Kabel einer Kabeltrommel eng aufgewickelt, kann sich die Wärme in der Trommel stauen und zu einer Gefahr werden. Besser: Kabel vorher ganz abwickeln oder noch besser: die Heißluftpistole direkt in eine Steckdose in der Wand mit Strom versorgen.
- [3] Metalle wie Zinn, Bismut oder Tellur kann man in hoher Reinheit kaufen über Firmen wie zum Beispiel: Evek GmbH, Mühlheim an der Ruhr. Online: https://evek.top