Geheimnisschauer
Psychologisch
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Basiswissen
Schauer meint hier so ein kurz aber stark aufwallendes, oft körperliches spübares Gefühl. [1] Man empfindet die Präsenz eines tiefen und sehr bedeutsamen Geheimnisses, welches möglicherweise der ganzen Welt zugrunde liegt. Wo sich dieses Gefühl mit der Ahnung von Göttlichkeit verbindet nennt man das Gefühl zum Beispiel Numen. Eine gezielte Herbeiführung solcher Zustände wird beschrieben im Artikel 👉 Wissenschaftskommunikation (Das Geheimnisvolle)
Fußnoten
- [1] "Eine schnell vorüber gehende Erschütterung der Haut, dergleichen man bey einem plötzlichen Anfalle der Kälte, bey einem hohen Grade des Schreckens, des Abscheues, der Angst u.s.f. empfindet. Es läuft mir ein Schauer über die Haut. Der Schauer kommt mich an. Überläuft sie nicht ein Schauer bey diesen Frechheiten? Der Schauer, welcher mich mit kalter Angst durchläuft (Weiße). Schon bey dem Stryker ist Schawr Schrecken, Horror, welches letztere selbst hierher gehöret, indem ihm nur der Zischlaut mangelt. Ein höherer Grad des Schauers heißt Schauder, vermittelst des intensiven d, und in Franken hat man das noch mehr verstärkte Schütter für Schauder und Schauer. Oft ist der Schauer eine Wirkung des höchsten Grades der Ehrfurcht, der mit einer Art von Furcht und Schrecken verknüpften Empfindung der Größe, der Majestät, daher es bey den Dichtern häufig für diese Empfindungen gebraucht wird. Ein mächtiger Schauer rauscht Durch das erschrockne Thal in dem kein Waldgott lauscht, (Cron.) O, senkt euch herab von rauschenden Wipfeln, Heilige Schauer, die ganz die Seele des Dichters empfindet! (Zachar) Wo sich aber auch der Begriff der feyerlichen Stille mit einschleicht, welche eine Figur der vorigen Bedeutung der Bedeckung seyn kann." In: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1382-1383. Online: http://www.zeno.org/nid/20000401749