A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 9 Ω
Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Thermo-Klemm-Versuch

Physik

©




Grundidee


Zwei Gläser aus Kunststoff, die man gut ineinander stapeln kann, werden locker ineinander gestellt. Man kann jederzeit das innere Glas mühelos aus dem äußeren herausheben. Das wird aber nicht mehr der Fall sein, wenn man das innere Glas mit heißem Wasser aufgefüllt hat. Durch die Wärmezufuhr von innen hat sich das innere Glas stärker erwärmt und damit auch stärker ausgedehnt als das äußere Glas. Damit klemmt und spreizt es sich gegen das äußere Glas ab. Die Reibungskräfte zwischen den zwei Gläsern sind dann so groß, dass man sie nur mit Mühe und Kraft wieder voneinander trennen kann.

Video




Zwei geeignete Gläser und etwas heißes Wasser genügen, um sich von der Stärke des Effekts selbst zu überzeugen. Wesentlich für den Effekt ist die sogenannte 👉 thermische Ausdehnung

Rechnerische Abschätzung


Koeffizient
Die Plastikbecher bestehen aus einem Kunststoff, vermutlich aus dem etwas spröderen Polystyrol. Dieser Kunststoff (wie auch viele ähnliche solche Stoffe) hat einen Längenausdehnungskoeffizienten α von etwa 75 Millionstel seiner ursprünglichen Länge pro Grad Kelvin Erwärmung. [1] Andere Kunststoffe, die auch für Plastikbecher in Frage kommen liegen in einem ähnlichen Bereich.

Geometrisches Argument
Geht man davon aus, dass der Becher bei einer Erwärmung zwar größer wird, aber seine Form nicht ändert, er sich also geometrisch gesehen ähnlich bleibt, dann kann man argumentieren, dass der Längenausdehnungskoeffizient auch für den Durchmesser gelten muss, auch wenn im Inneren des Bechers gar kein Kunststoff vorhanden ist.

Abschätzung
Wenn die Becher einen Durchmesser von zum Beispiel 60 Millimetern haben, dann würden sie sich pro Grad Kelvin Erwärmung, was auch einem Grad Celsius als Erwärmung entspricht, um rund 0,0045 Millimeter ausdehnen. Da sich das Glas von vielleicht 20 °C Raumtemperatur auf vielleicht 90 °C erwärmt hat, hätte man also insgesamt etwa 70 mal diesen Längenzuwachs von 0,0045 mm, also etwa 0,3 Millimeter. Eine so kleine Änderung des Durchmessers scheint zu genügen, dass ein recht starker Klemmeffekt zustand kommt.

Fußnoten



Siehe auch

Startseite Impressum Feedback © 2010-2026 Nachilfe Physik Nachilfe Chemie