Himmelsgewölbe
Halbkugel
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Basiswissen
Blickt man mit dem bloßen Auge tagsüber in den Himmel, so erscheint uns dieser wie eine etwas abgeplätte Halbkugel. [1] Der höchste Punkt, direkt senkrecht über dem Kopf, erscheint weniger weit von uns entfernt wie die Stellen, wo diese Halbkugel auf den Horizont trifft, die Kimm [2]. Tatsächlich beruht dieser Eindruck aber auf einer Täuschung der Sinne. In der Astronomie steht das Wort Himmelsgewölbe [4] oft für die scheinbare 👉 Himmelskugel
Fußnoten
- [1] Im Jahr 1888 veröffentlichte Flammarion ein populärwissenschaftliches Buch über die Atmosphäre der Erde. Das Bild ist eingebetter in das Kapitel "Der Tag" (Le jour). Flammarion beschreibt darin den Himmel, wie er uns am hellichten Tag erscheint. Was das Auge sieht ist ein Gewölbe (voûte), das jedoch am Zenit in der Mitte oben etwas niedriger erscheint als der Radius zum Rand am Horizont lang ist. Das Gewölbe erscheint etwas abgeplättet (surbaissée). In: Camille Flammarion: Camille Flammarion: L'atmosphère: météorologie populaire. Hachette (Paris). 1888. Rund 809 Seiten. Siehe auch 👉 Flammarions Himmelsfuge (Bild)
- [2] 1904: "Kimm nennt man besonders in der Nautik die Trennungslinie zwischen der Erdoberfläche und dem scheinbaren Himmelsgewölbe. Diese Linie stellt also die Abgrenzung des von einem Beobachtungsorte aus sichtbaren Teiles der Erdoberfläche dar, wenn der Horizont überall frei sein würde. Danach ist die Kimmlinie auch zugleich die Schnittlinie des scheinbaren (natürlichen) Horizonts mit der Sphäre." In: Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5 Stuttgart, Leipzig 1907., S. 470-471. http://www.zeno.org/nid/20006059260
- [3] 1927: Wie Aguaratunpa seinen Bruder nach dem Himmelsgewölbe schickte. Titel eines Märchens. In: Koch-Grünberg, Theodor (Hg.): Indianermärchen aus Südamerika. Jena: Eugen Diederichs, 1927, S. 296-297. Online: http://www.zeno.org/nid/2000782209X
- [4] 2004: Himmelsgewölbe. Als Titel in einem Sachbuch zur Astronomie. In: Wil Tirion, Storm Dunlop: Der Kosmos Sternenführer. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart. 2004. ISBN: 3-440- 09785-4. Seite 12.