Abstraktion
Physik
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Definition
Das lateinische Wort Abstrahieren heißt wörtlich übersetzt so viel wie abziehen [1]. Die Abstraktion bezeichnet einen Denkprozess, der von einer Fülle von Merkmalen der Vorstellungsganzen eines oder mehrere Betandteile abgesondert werden [1], und zwar solche die man für nicht wesentlich [1] oder bloß individuell (subjektiv) [3] hält. Die Abstraktion führt oft zur Bildung übergeordneter Begriffe [2]. Das Abstrahieren ist für menschliches Denken eine notwendige Voraussetzung. Unbedacht angewandt, birgt sie aber auch Gefahren.
Einführung
Der menschliche Geist ist von seinem Fassungsvermögen her beschränkt. Jedes Photo einer Szene wird uns Details zeigen können, die uns als Beobachter beim Anblick derselben Szene entgangen sind. Die Welt um uns herum ist so reich an Einzelheiten und so schnell in ihren Veränderungen, dass wir als einzelne Menschen diese Wirklichkeit unmöglich 1:1 erfassen können. Möchten wir uns denkend mit der Welt beschäftigen, müssen wir also auf bestimmte Details verzichten, von ihnen absehen, sie abstreifen, das heißt: die Details abstrahieren. Wir verengen unseren Blick auf die Welt sozusagen ähnlich wie ein Reduzierventil einen Volumenstrom verringert. [8] Auf welche Details der Wirklichkeit man dann verzichtet, hängt vom eigenen Interesse ab.
Betrachtet man den Flug einer Kunstspringerin, so kann man mit sehr vielen verschiedenen Interessen daran gehen. Für die Bewertung als sportliche Leistung interessant ist unter anderem die Körperhaltung. Die Punkterichter bei einem Wettkampf werden auf dieses "Detail" also nicht verzichten wollen. Wer sich aber nur für dafür interessiert, wann nach dem Absprung die Springerin wo auf ihrer Flugbahn ist, braucht sich um die Körperhaltung nicht zu kümmern. Die Körperhaltung kann dann als unwesentliches Detail vernachlässig, das heißt abstrahiert werden. Für die Berechnung der Flugbahn genügt es, wenn man die Springerin als physikalischen Massenpunkt idealisiert. Ihr ganzes Körpergewicht - ihre Masse - wird dann in einem unendlich kleinen mathematischen Punkt vereinigt gedacht. Dieser rein gedankliche Massenpunkt ist dann das Ergebnis einer sehr extremen (und praktisch erfolgreichen) Abstraktion.
Beispiel Brückenproblem
Ein Ziel der Abstraktion ist es, dass man für die momentane Frage unwichtige Dinge weglässt. Bei den drei Bildern unten sieht man, dass von links nach rechts immer mehr Details weggelassen, also abstrahiert wurden:

Im Jahr 1741 stellte ein Mathematiker die Frage, ob es einen Weg über die 7 Brücken der Stadt Königsberg gebe, bei dem man jede Brücke nur genau einmal überqueren muss.
Das Bild ganz rechts besteht nur noch aus sogenannten Knoten und Kanten. Das Bild als ganzes ist dann ein Graph. Mit solchen Graphen lassen sich Schienennetze, Telefonanrufe, Schiffsfahrten und viele weitere Probleme auf ein und dieselbe Weise behandeln. Eine gute Idee eines Eisenbahners kann ausreichend abstrahiert auch von einer Fachperson für Telefonnetzwerke verstanden werden, ohne dass diese irgendeine Ahnung von Eisenbahnen haben muss.
Als Denkprozess
Teil der Induktion
Die meisten Flüssigkeiten dehnen sich aus, wenn man sie bei ansonsten gleichen Umständen erwärmt: als Induktion bezeichnet man einen Denkschritt, der eine Anzahl von Einzelbetrachtungen auf das Gemeinsame hin untersucht und dieses dann sozusagen abstrahiert. Die Abstraktion ist ein Teil der 👉 Induktion (Philosophie)
Begriff als Ergebnis
Wenn man aus vielen individuellen Einzeltieren das ihnen gemeinsame abzieht, so kann man zum Beispiel zum Begriff "Hund" kommen. Das sind dann in etwa alle vierbeinigen Tiere mit Schwanz, Fell und Zähnen, die bellen können etc. Diese gemeinsamen Merkmale zieht man ab von den vielen individuellen Tiere. Besonderheiten einzelner Individuen, wie etwa fehlende Gliedmaße, Stummheit (kann nicht bellen) oder besondere Muster im Fell zieht man nicht hinüber zum allgemeinen Begriff. Das Ergebnis der Abstraktion ist dann der allgemeine 👉 Begriff
Unbewusste Abstraktion
Das Abstrahieren als Gedankenprozess wird oft als eine bewusste denkerische Tätigkeit beschrieben. [1] Doch tatsächlich abstrahieren bereits ganz unbewusste Vorgänge unserer Wahrnehmung sehr stark. Das wohl eindringlichste Beispiel dafür ist das Experiment mit dem sogenannten "Hidden Gorilla" [9]: Man bekommt ein kurzes Video gezeigt. Man sieht zwei Mannschaften. Die Spieler einer Mannschaft haben weiße Kleidung an, die Spielder der anderen Mannschaft schwarze. Man soll beim Zuschauen dann mitzählen, wie oft der Ball in die Hände eines weiß gekleideten Spielers gelangt. Das wuselige Treiben fordert die Konzentration des Betrachters. Viele Zuschauer können diese Aufgabe dennoch recht gut lösen. Aber sie waren dann so mit dem Zählen beschäftigt, dass sie nicht merkten, dass mitten im Film ein großer Gorilla (verkleiderter Mensch) die Szene betritt, sich dort theatralisch auffällig auf die Brust klopft, und dann wieder verschwindet. [10] Offensichtlich wurden die für die momentane Aufgabe des Zählens unwichtigen Aspekte bereits von uns ganz unbewussten Vorgängen im Gehirn abstrahiert, also vernachlässigt. In der Psychologie bezeichnet man diesen Effekt auch als 👉 selektive Wahrnehmung
Abstraktion und das Makroskop
Geht man nachts durch die Straßen einer erleuchteten Stadt wird man kaum auf die Idee kommen, dass das Muster des Lichtermeers ähnliche Formen hat wie ein Neuron in einem Gehirn. Erst wenn man dazu unwesentliche Details (Häuser, Bäume etc.) entfernt und das Wesentliche in einem größeren Zusammenhang sieht (etwa aus dem Weltraum), erkennt man auch die größeren Muster. Gedankliche Methoden zum Erkennen größerer Zusammenhänge bezeichnete der französische Biologe Joel de Rosnay (geboren 1937) als 👉 Makroskop
Nutzen und Nachteile
Gebot der Objektivität
Eines der höchsten Gebote der modernen Wissenschaften ist die Objektivität. In einer schwachen und zulässigen Deutung wird damit gefordert, dass man "subjektive Eindrücke" von "objektiven Fakten" trennt. Man soll sich dann auf Sinneseindrücke beschränken, die von anderen Personen kontrolliert werden können. So fasst es der Physiker Max Born. [11] Denken wir uns ein Beispiel: jemand fasst das Netzteil eines Computers an und empfindet dieses als "sehr heiß". Das ist zunächst ein subjektiver Eindruck. Ein erfahrener Computerbastler würde vielleicht beim ersten Anfassen spürgen, dass das Netzteil sehr viel wärmer ist als üblich und würde das heiß nennen. Heiß hieße dann so viel wie "viel wärmer als üblich". Eine andere Person aber könnte mit heiß die Idee verbinden, dass man das Teil vor Hitze gar nicht mehr anfassen kann. Beide Deutungen können berechtigt sind, sind aber nicht objektiv wiedergegeben. Objektiv wäre eine Aussage wie: "die Oberfläche des Netzteils zeigte bei der Messung mit einem berühungslosen Thermometer eine Temperatur von 64 °C an." Man abstrahiert hier also seine eigene persönliche Empfindung was man gerade als heiß oder nicht heiß empfindet. Am Ende der Abstraktion bleibt einer bloßer Zahlenwert. Diese Form der Abstraktion schafft Klarheit und macht Wissenschaft als Gemeinschaftsunternehmen vieler Menschen überhaupt erst möglich. Die Subjektivität hier auszuschalten ist nötig und zulässig.
Frawürdig wird das Gebot der Objektivität wenn es auf Wertungen ausgedehnte wird. Man kann zum Beispiel objektiv die Mengen an Gummi und anderen Stoffen aus Autoreifen als Feinstbau in der Luft messen und beschreiben. De facto atmen wir an vielen Orten zerriebene Autoreifen ein. Ein Gericht in London hatte im Jahr in einem Urteil den Tod eines 9 Jahre alten Mädchens mit ähnlichen Umweltbelastungen ursächlich in Verbindung gebracht. Bis hierhin kann man Objektivität zu Recht einfordern. Aber objektivität wird unmöglich, wenn es um Wertsetzungen geht. Ist der Wert des Lebens eines 9 Jahre alten asthmakranken Kindes höher zu bewerten als die Forderung zehnertausender von Autofahrern, selbstbestimmt zu entscheiden, mit welchem Auto sie wo entlang fahren?

ANMERKUNG:
Im Bekannten- und Verwandtenkreis habe ich öfters Diskussionen über den Klimawandel erlebt. Ich war beeindruckt, wie viele Personen tatsächlich ganz ausdrücklich und klar sagen, dass ihnen ihr eigener Lebensstil - häufige Urlaube mit dem Flugzeug und Kreuzfahrtschiff, Besitz mehrerer Autos, tägliche Pendelstrecken von 30 Kilometern und mehr, unbegrenztes Fleisch essen etc. - wichtiger ist als das Überleben von Kindern "irgendwo in der Dritten Welt". Es gibt kein logisch zwingendes und objektives Argument, dass das Recht von vielliecht 20 Millionen Bundesbürgern auf eine Kreuzfahrt mehr wert ist als das Recht eines Kindes aus dem Küstenschwemmland in Bengladesh auf eine sichere Heimat.
Die Beispiele sollten zeigen, dass Werte wie Menschlichkeit, Rücksicht, Liebe, Heimat, Solidarität; das Recht auf Gesundheit, Teilhabe, Bildung und so weiter nicht objektiv gültig sind. Sie müssen vielleicht erst von uns Menschen in die Welt gebracht werden. Wenn man dann aber eine objektive Wissenschaft fordert, dann muss man damit auch gleichzeitig Wertsetzungen außen vor lassen. Und damit aber schütten wir das Kind mit dem Bade aus. Denn abstrahieren wir alles nicht-Objektive, streifen wir es also ab, dann bleibt am Ende nur ein Universum totes, mechanisches Universum übrig, das wenig mit unseren Lebensregungen zu tun hat. Diese Zweischneidigkeit der Abstraktion, des Ausschaltens vom Subjekt aus der Wissenschaft, hatte unter anderem der berühmte Physiker Max Planck bemerkt.
ZITAT:
Max Planck, 1908: "Bedenkt man […] daß doch die Empfindungen anerkanntermaßen den Ausgangspunkt aller physikalischen Forschung bilden, so muß diese bewußte Abkehr von den Grundvoraussetzungen immerhin erstaunlich, ja paradox erscheinen. Und dennoch liegt kaum eine Tatsache in der Geschichte der Physik so klar zutage wie diese. Fürwahr, es müssen unschätzbare Vorteile sein, welche einer solchen prinzipiellen Selbsttäuschung wert sind!"
Das Ausschalten des Subjekts im Zuge der Abstraktion hin zur Objektiviätät ist also Planck zufolge eine "Selbsttäuschung". Aber diese Selsbsttäuschung bringt auch "unschätzbare Vorteil" mit sich. Es ist, so meine Meinung, zulässig, die Selbsttäuschung als Methode durchzuführen. Anders könnten wir keine Wissenschaft treiben. Man darf aber dabei niemals vergessen, dass diese Form der Abstraktion immer nur einen Teil der ganzen Wirklichkeit erfasst. Und möglicherweise hat man im Zuge der Abstraktion die wirklich wichtigen und interessanten Aspekte weg-abstrahiert. Die konsequente Anerkennung dieses Umstandes führt von einem (naiven) Objektivismus hin zu einem selbstkritischen
👉 Subjektivismus
Gefahr der Entmenschlichung
Würdigung der Abstraktion
Wir haben gesehen, dass die Abstraktion an sich ein denknotwendiger Prozess ist. Zum einen müssen wir von vielen Details absehen, um für uns ausreichend kleine Teile herauszuschneiden, die wir mental von der Menge her überhaupt schlucken können. Und zum anderen beschränken wir uns mit der Abstraktion hin zu einer Objektivierung auf Aspekte, über die wir uns eindeutig mit anderen Menschen austauschen können. Und wir haben auch gesehen, dass schon unbewusste Denkprozesse eine Abstraktion durchführen, ohne dass wir etwas davon merken. Das Abstrahieren ist uns vielleicht schon in die Wiege gelegt, sprich angeboren. Und als antrainierte Denkkultur in einem technisch-wissenschfatlichen war sie wahrscheinlich auch ein Treiber einer über Jahrhunderte anddauernden westlichen Kulturdominanz. Doch wir haben auch gesehen, dass die Abstraktion bei Werten möglicherweise wichtige und unverzichtbare Aspekte des Lebens vernachlässigt. Und dies Vernachlässigung kann als gerichtete Ausblendung hässlich werden.
Im Supermarkt
Es ist eine goldene Regel im Supermarkt, dass die Butter im Regal ganz unten liegt. Wer Butter kaufen will, muss sich also bücken. Das Kalkül, die Berechnung dahinter ist ganz einfach. Sie beruht auf zwei Erfahrungstatsachen: a) Butter gehört zu den Sachen die ohnehin immer gekauft werden, die Verkaufszahlen lassen sich nicht mehr wesentlich steigern. Und b) Dinge die in Augenhöhe platziert werden, werden öfters gekauft. Die Kunden im Supermarkt werden also die nötige Menge Butter kaufen, egal wo die Butter liegt. Aber einen teuren Edelkäse werden sie vielleicht nicht automatisch kaufen. Sie kaufen ihn aber deutlich öfters, wenn er auf Augenhöhe liegt, als wenn er anstelle der Butter nah am Boden ganz unten läge. Aus Sicht des Supermarkts ist diese Praxis also naheliegend, möchte der Supermarkt im harten Wettbewerb um Umsatzzahlen bestehen. Dafür nimmt man dann auch in Kauf, dass sich alte oder sonstwie gebrechliche Personen bücken müssen, um an das Notwendige für ihren Alltag heran zu kommen.
[13] Die Marketing-Fachleute streifen von ihrem Menschenbild alles ab, was nicht für ihr Ziel der Steigerung von Profit wichtig ist.
[14] Ob Oma oder Opa sich mühevoll bücken müssen, kann abstrahiert werden, wenn Oma und Opa deshalb nicht weniger Butter kaufen, aber im Idealfall mehr Edelkäse.
Im Internet
Man kann das Beispiel mit der Butter noch für putzig und harmlos halten. Nicht mehr ganz so harmlos ist es, wenn die Macher von Internseiten alles aus ihrem Menschenbild entfernen, was nicht der Steigerung der Clicks, dem Engagement auf einer Seite oder der höheren Conversion rate (hin zum Kaufakt) dient. Man lässt Algorithmen herausfinden, wie Menschen möglichst lange auf einer Seite bleiben oder möglichst viel im Internet kaufen. Ein Buch für Webdesigner wird beworben mit den folgenden Worten.
ZITAT:
"Social Media Engagement For Dummies“ hilft Ihnen dabei, mit Followern in Kontakt zu treten, sie zu Kunden zu machen, sie zu Fürsprechern Ihres Unternehmens zu entwickeln und Ihren Gewinn zu steigern!" [16]
So und so ähnlich werden eine ganze Reihe von Ratgebern für die Macher von Webseiten, speziell online-Shops und soziale Medien beworben. In einem Fall war einem online Webinar dazu ein Bild von zwei stilisierten Personen beigestellt. Die linke Person hatte ein Dollarzeichen im Kopf, die andere Person griff mit der Hand danach. Nichts an der Aufmachung legte es nahe, dass das eine Ironie sein sollte. Es ist bildlich-wörtlich zu nehmen: Menschen sind Gehäuse mit Geld in ihrem Inneren. Greife nach dem Geld. Und ingoniere, das heißt abstrahiere dabei alles, was nicht diesem Zweck dient. die letzte Aussage wird nicht explizit gemacht aber durch das Unerwähnte implizit nahegelegt. Während es Oma und Opa vielleicht sogar ganz gut tut, wenn sie sich im Supermarkt noch mal bücken müssen, kann man das etwa bei Jugendlichen und Kindern im Internet anzweifeln. Ob es Kindern und Jugendlichen gut geht, wenn sie täglich drei bis vier Stunden in sozialen Medien
[17] verbringen (dazu zählt nicht die Zeit für Computerspiele, die noch dazu kommt), kann man offen diskutieren. Wesentlich für die Idee der Abstraktion ist, dass die Macher vieler Internetseiten diese Frage aber gar nicht stellen. Sie konzentrieren sich nur darauf, möglichst viel Geld aus den Nutzern zu ziehen.
Nun kann fragen, ob es nicht verwerflich ist, dass Webdesigner und andere Internet-Strategien, sich ganz darauf konzentrieren dürfen, Kinder und Jugendliche zu "customern" zu machen. Sollten sich die Macher von Internetangeboten nicht auch um das Wohl der Nutzer kümmern müssen? Zumindest rechtlich müssen sie das nicht. Es genübt, wenn sie sich an Recht und Gesetz halten, also keine (nachweisbaren) Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begehen. Und wer sich als Anbieter nicht nur rechtlich sondern vielleicht auch moralisch absichern will, kann auf die "unsichtbare Hand" von Adam Smith verweisen.
[18] Adam Smith zufolge kann der maximal mögliche gesellschaftliche Nutzen (public interest) gerade dann entstehen, wenn sich jeder einzelne nur um seinen Profit (gain) kümmert.
[18]
Es scheint also so etwas wie eine gesellschaftliche Arbeitsteilung zu geben. Der Gesetzgeber, vielleicht unterstützt von Kirchen, Lobbygruppen und nicht-Regierungsorganisationen, ersinnt die bestmöglichen Regeln, um das Gemeinwohl optimal zu fördern. Jeder einzelne Akteur im Wirtschaftsgeschen darf sich dann lokal auf die Einhaltung dieser Regeln beschränken: was erlaubt ist, muss OK sein. Die Nutzer im Internet ganz unter dem Aspekt zu betrachten, wie man an ihr Geld oder ihre Daten (die man vermarkten kann) kommt, ist in diesem Arrangement also nicht verwerflich sondern Teil der abgesicherten Logik unserer arbeitsteiligen Marktwirtschaft.
Im Schlachthof
Bis in die 1980er Jahre waren Ausdrücke wie "Viehzeug" und "ein Stück Vieh" für Tiere gang und gäbe. Dabei ging es aber stets um Nutztiere, selten, und dann auch nur gezielt abwertend, um Haustiere. Indem man rein rhetorisch Lebewesen mit Attributen des Unbelebten verbindet (Stück, Zeug) streift man einen Teil ihrer Lebendigkeit damit auch von ihnen ab. Das gleiche Pferd, das als Reittier für die Tochter aus begütertem Haus im Reitstall gehätschelt und umsorgt wird, würde als ein Stück Vieh auf dem Weg zum Abdecker wahrscheinlich wenige Emotionen bei den beteiligten LKW-Fahrern und Schlachthofmitarbeitern oder gar den Verwaltern und Mangern dieser Betriebe auslösen. Ausreichend stark abstrahiert werden die wahrscheinlich doch sehr empfindsamen Wesen zu Zahlen und Ziffernfolgen, zu Barcodes und letztendlich zu einer "produzierten Menge Fleisch". Die Industrie rund um das Aufziehen, Töten und Vermarkten von Tieren zeigt an vielen Stellen, wie die passend gewählten Worte von alle geschäftsschädigenden Bedeutungsinhalten befreit worden sind.
Im KZ
Die Steigerung "Supermarkt - Internet - Schlachthof - KZ" mag übertrieben erscheinen. Ihr zugrunde liegt die Lektüre von Büchern wie "Vordenker der Vernichtung"
[19], "Soldaten"
[20], "Die restlose Erfassung"
[21] oder "Hitlers Volkstaat"
[22], aber auch der Klassiker der Soziologie "Die Dialektik der Aufklärung". Zusammen genommen zeichnen diese Bücher ein Bild, in dem der Mensch zu einem Ding, einem Objekt gemacht werden kann. Und mit Objekten kann man verfahren wie mit toten Dingern. Und das ist dann auch passiert. Ein erster Schritt hin zu unmenschlichen Taten ist es, seinen zukünftigen Opfern die Menschlichkeit abzusprechen oder sich gegen sie immun zu machen. Man könnte hier von einer emotionalen Abstraktion sprechen. Regungen wie Mitleid wurden von bestimmten Menschengruppen abgezogen.
Die Wärter, Sekretärinnen, Ärzte, ja selbst Kommandanten der Konzentrationlager zeichneten sich später oft als bloße Rädchen in einem großen Getriebe. Ein Mechanismus, mögliche Reflexe von Mitleid und Solidarität zu unterbinden war dabei ganz sicherlich, die Gruppe der Opfer zuvor zu de-humanisieren.
[24] Die Propaganda Deutschlands von 1933 bis 1945 etwa stellte Juden überwiegend als insektenartige Wesen dar. Selten oder nie wurden sie in realistischen und menschlich anrührenden Szenen gezeigt. Das charakteristisch warm-menschliche wurde sozusagen von ihnen abgezogen, also abstrahiert. Und ganz sicherlich trägt zu einer Dehumanisierung auch bei, dass man den Opfern keine Namen sondern Nummern gab.
In ihrem Klassiker der Dialaktik der Aufklärung haben die Soziologen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno einen Bogen geschlagen vom Drang hin zum objektiven Denken in der Zeit der Aufklärung hin zu den Greueln der Moderne:
ZITAT:
Horkheimer, Adorno, 1947: "Die Aufklärung hat die Mythen entzaubert und die Natur entgöttert; aber sie hat die Natur auch entmenschlicht und die Menschen zu bloßen Funktionen der Natur gemacht. Die Herrschaft über die Natur, die den Zweck der Herrschaft über die Menschen einschließt, wird zum Selbstzweck. […] Die Menschen, die sich der Natur unterwerfen, werden selbst zu Natur, zu bloßen Objekten der Herrschaft." [25, Seite 27-28]
Sowie
ZITAT:
Horkheimer, Adorno, 1947: "Die technische Rationalität heute ist die Rationalität der Herrschaft selbst. Sie ist das Wesen der Knechtschaft. […] Die Fabriken sind die realisierten Utopien von Bacon, die experimentellen Laboratorien der ‚Neuen Atlantis‘. Wie dort die Natur durch die Organisation der Kooperation der Menschen bezwungen wird, so wird in den Konzentrationslagern die Natur der Menschen selbst zum bloßen Material der Verwaltung." , [25, Seite 14]
Persönliche Einschätzung

Das Abstrahieren scheint eine wesentliche Voraussetzung dafür zu sein, dass wir in der Welt, oder im ständigen Strom unserer Bewusstseinszustände, überhaupt irgendwelche stabilen Muster erkennen können. Ob wir damit auch alle wichtigen Dinge der Welt erfassen, muss als Frage unbeantwortet bleiben. Dieser Gedanke ist beunruhigend.
Fußnoten
- [1] 1905, als Voraussetzung jeder Denktätigkeit: "Abstraktion (lat., wörtlich »Abziehung«) bedeutet im Gegensatze zur Determination (s. d.) diejenige Geistestätigkeit, durch die aus einem Vorstellungsganzen (z. B. der Vorstellung eines Einzeldinges) ein oder mehrere Bestandteile abgesondert und für sich zum Gegenstande des Denkens gemacht werden. Die A. in diesem allgemeinsten Sinn ist die Grundlage und Voraussetzung alles Denkens, da dasselbe von vornherein die Wirklichkeit nur dadurch auffassen kann, daß es aus der unendlichen Mannigfaltigkeit der Eigenschaften und Beziehungen der Dinge einzelne heraushebt und zum Inhalt seiner Begriffe von den Dingen macht. Weiterhin aber bemächtigt sich die A. auch der Begriffe selbst und erzeugt aus ihnen neue, natürlich inhaltsärmere Begriffe. Dabei kann das Verfahren ein doppeltes sein, je nachdem die bloße Unterscheidung der Bestimmungen eines Objekts oder Begriffs oder die Vergleichung desselben mit andern Veranlassung zu der abstrahierenden Begriffsbildung gibt. Auf dem erstern Wege der isolierenden A. gelangen wir z. B. zur begrifflichen Bestimmung der einzelnen (in Wirklichkeit verbundenen) Eigenschaften eines Dinges; dagegen kommt die vergleichende A. vorzugsweise bei der Klassifikation (s. d.) der Naturgegenstände zur Geltung, indem die Begriffe der Arten, Gattungen etc. durch stufenweise A. des einer Mehrzahl von Objekten Gemeinsamen entwickelt werden. Es ist im Wesen der A. begründet, wenn man die abstrakte Betrachtungsweise im allgemeinen als eine einseitige ansieht, die dem vollen Inhalte der Wirklichkeit nicht gerecht wird, aber doch kann das Denken nur auf diesem Weg in die Zusammenhänge der Dinge allmählich eindringen. Während also im allgemeinsten Sinne jeder Begriff abstrakt genannt werden könnte, so wird doch gewöhnlich diese Bezeichnung auf solche Begriffe eingeschränkt, die sich nicht auf Dinge, sondern auf Eigenschaften, Zustände oder Beziehungen von Dingen beziehen, und deren Inhalt also nicht selbst als ein Seiendes, sondern nur als Bestimmung eines Seienden vorgestellt werden kann. Der Gegensatz ist konkret (s. d.). Vgl. Begriff, Generalisation." In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 59. Online: http://www.zeno.org/nid/20006188427
- [2] 1907, nicht subjektiv, nur Wesentliches: "Abstraktion ist die Ausschließung des Individuellen und das Beibehalten des Wesentlichen und des Allgemeinen bei der Bildung eines Begriffes. Man unterscheidet quantitative und qualitative Abstraktion. Die quantitative Abstraktion bezieht sich auf die Form des Gegenstands, d. h. auf die Verbindung seiner Teile zu einem Ganzen; durch sie entstehen alle Raum- und alle Zeitbegriffe. Die qualitative Abstraktion dagegen führt zur Bildung geeigneter Gattungsbegriffe." Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 1907, S. 9. Online: http://www.zeno.org/nid/20003575985
- [3] 1911, Begriffsbildung: "Abstraktion (lat.), Absehung von bestimmten konkreten Einzelheiten eines Begriffs, um aus den dann übrigbleibenden gleichen Merkmalen mehrerer Begriffe einen neuen höhern Begriff (Abstractum) zu bilden." In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 8. Online: http://www.zeno.org/nid/20000882089
- [4] 1913, auf Latein: "bstrāctio, ōnis, f. (abstraho), I) das Fortschleppen, Entführen, coniugis, Dict. Cret. 1, 4. – II) übtr., als philos. t.t., die Abstraktion, Boëth. Arist. anal. post. 1, 14: Plur., Boëth. in Porphyr. 1. p. 54." In: Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Hannover 81913 (Nachdruck Darmstadt 1998), Band 1, Sp. 37. Online: http://www.zeno.org/nid/20002185962
- [5] 1907: "abstrahieren (lat. abstrahere), abziehen, absehen, heißt der Denkprozeß, durch den wir die Anschauungen von Einzeldingen unter bestimmten Gesichtspunkten durch Vergleichung untereinander vom Individuellen und Zufälligen befreien und die ihnen gemeinsamen wesentlichen (s. d.) Merkmale zu allgemeinen Begriffen zusammenfassen. So verfährt z.B. jedes Gebiet der Mathematik und der Naturwissenschaft, um zu seinen Begriffen zu gelangen." In: Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 1907, S. 8. Online: http://www.zeno.org/nid/20003575969
- [6] 1911: "Abstrahieren (lat.), ab-, wegziehen; von etwas absehen; das Wesentliche einer Erscheinung vom Zufälligen sondern. Abstrákt, abgezogen, allgemein, bloß gedacht (Gegensatz: konkret). Abstrakte Wissenschaften, reine Wissenschaften, wie Philosophie, Mathematik, im Gegensatz zu den angewandten. Abstrakte Zahl, unbenannte Zahl." In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 8. Online: http://www.zeno.org/nid/20000882070
- [7] Wie die Physik so weit abstrahiert, dass sie die Welt der Sinneserfahrung weitgehend ausblendet, beschrieb der Physiker Max Planck auf einem Vortrag aus dem Jahr 1908: "Welcher Physiker denkt heutzutage bei der Elektrizität noch an geriebenen Bernstein oder beim Magnetismus an den kleinasiatischen Fundort der ersten natürlichen Magnete? Und in der physikalischen Akustik, Optik und Wärmelehre sind die spezifischen Sinnesempfindungen geradezu ausgeschaltet. Die physikalischen Definitionen des Tons, der Farbe, der Temperatur werden heute keineswegs mehr der unmittelbaren Wahrnehmung durch die entsprechenden Sinne entnommen, sondern Ton und Farbe werden durch die Schwingungszahl bzw. Wellenlänge definiert, die Temperatur theoretisch durch die dem zweiten Hauptsatz der Wärmetheorie entnommene absolute Temperaturskala, in der kinetischen Gastheorie durch die lebendige Kraft der Molekularbewegung, praktisch durch die Volumenänderung einer thermometrischen Substanz bzw. durch den Skalenausschlag eines Bolometers oder Thermoelements; von der Wärmeemfpidnung ist aber bei der Temperatur in keinem Fall mehr die Rede. Genau ebenso ist es mit dem Begriff der Kraft gegangen. Das Wort „Kraft“ bedeutet ursprünglich ohne Zweifel menschliche Kraft, entsprechend dem umstand, daß die ersten und ältesten Maschinen: der Hebel, die Rolle, die Schraube, durch Menschen oder Tiere angetrieben wurden, und dies beweist, daß der Begriff der Kraft ursprünglich dem Kraftsinn oder Muskelsinn, also einer spezifiischen Sinnensempfindung, entnommen wurde. Aber in der modernen Definition der Kraft erscheint die spezifische Sinnesempfindung ebenso eliminiert, wie in derjenigen der Farbe der Farbensinn." In: Max Planck: Die Einheit des physikalischen Weltbildes. Vortrag, gehalten am 9. Dezember 1908 in der naturwissenschaftlichen Fakultät des Studentenkorps an der Universität Leiden. Die Idee, dass man Erkenntnis vor allem oder nur durch die Ausschaltung aller persönlichen, subjektiven Empfindungen erlangen könne nennt man in der Erkenntnistheorie 👉 Objektivismus
- [8] Die Metapher eines Reduzierverventils stammt von Aldous Huxley: "To make biological survival possible, Mind at Large has to be funnelled through the reducing valve of the brain and nervous system. What comes out at the other end is a measly trickle of the kind of consciousness which will help us to stay alive on the surface of this particular planet." In: Aldous Huxley: The Doors of Perception. Perennial Classics. 1954. Seite 6. ISBN 0-06-059518-3.
- [9] Der Versuch zum Hidden Gorilla ist ausführlich beschrieben in: Simons, D. J. & Chabris, C. F. (1999). Gorillas in Our Midst: Sustained Inattentional Blindness for Dynamic Events. Perception, 28(9), 1059–1074. DOI: 10.1068/p281059.
- [10] Ich habe den Versuch vielleicht mit 20 Personen in meiner Lernwerkstatt durchgeführt. Nur 2 von ihnen hatten den Gorilla bemerkt. Alle anderen hatten mehr oder minder richtig die Anzahl der Pässe von Bällen gezählt, den Gorilla aber nicht bemerkt.
- [11] Dem deutsch-britischen Physiker und Nobelpreisträger Max Born zufolge liefert das "Prinzip der Objektivität" ein "criterion to distinguish subjective impressions from objective facts, namely by substituting for given sense data others which can be checked by other indiviuals." In: Albert Einstein Max Born Briefwechsel 1916-1955. Geleitworte von Bertrand Russell und Werner Heisenberg. Ullstein Buch, Frankfurt am Main, 1986. ISBN: 3-548-3445-7. Dort die Seite 223. Siehe auch 👉 Objektivität
- [12] Max Planck: Die Einheit des physikalischen Weltbildes. Vortrag, gehalten am 9. Dezember 1908 in der naturwissenschaftlichen Fakultät des Studentenkorps an der Universität Leiden. Siehe auch 👉 Subjektivität
- [13] Mit welch kaltem Kalkül Supermärkte eingerichtet werden, ist liebevoll dokumentiert in einem kurzen Dokumentarfilm: Wolfgang Menge: Verkaufsmaschine Supermarkt. Dokumentarfilm. Deutschland. 1972.
- [14] Praktische Tipps, wissenschaftlich fundiert, für den Supermarktbetreiber finde man in: Klaus Ebster, Marion Garaus: Display of merchandise, Stores, Retail. Creating Store Space that Encourages Buying. Business Expert Press (BEP). New York. 2015.
- [15] Ein Fachbuch für online Marketing wird vom Springer Verlag beworben mit folgenden Text: "Über die Conversion-Optimierung werden Online-Kampagnen und Webseiten erfolgreicher gemacht – zudem lernt man viel über seine Kund:innen. Die Grundlage dafür sind Daten. Diese bilden das Fundament für effektive Maßnahmen wie A/B-Testing, Personalisierung und letztlich mehr Umsatz. In: Looschelders, Tobias. Conversion-Optimierung: Erfolgreiche Webseiten und Digitalkampagnen. Springer Gabler, 2022. ISBN 978-3-658-38508-8.
- [16] Die Übersetzung stammt von mir. Der englische Originaltext ist "Social Media Engagement For Dummies will help you connect to followers, convert them to customers, turn them into evangelists for your company, and boost your bottom line!" So wird auf Amazon.com am 4. Januar 2026 ein Buch für Webdesigner beworben. Hinweise, wie man vielleicht erst prüft, ob das zu verkaufende Produkt oder der Verweil auf einer Seite für den jweiligen Besucher gut sind, fehlen, sie wurden abtrahiert. Das Buch: Aliza Sherman, Danielle Elliott Smith: Social Media Engagement for Dummies 1. Auflage. Wiley. 2013. ISBN: 978-1118530191.
- [17] Für Jungen und Mädchen: "Die durchschnittlichen Nutzungszeiten sozialer Medien betrugen [im Jahr 2024] 157 Minuten pro Tag werktags und 227 Minuten pro Tag am Wochenende und lagen damit leicht über den Werten des Vorjahres (2023: 150 Minuten werktags; 224 Minuten am Wochenende)." In: DAK-Studie: Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen: Mehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen nutzt soziale Medien problematisch oder abhängig, mit möglichen negativen Auswirkungen auf psychische Gesundheit und soziale Entwicklung. 2025. Online: https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/dak-studie-mediensucht-2024_91442
- [18] "Every individual necessarily labours to render the annual revenue of the society as great as he can. He generally, indeed, neither intends to promote the public interest, nor knows how much he is promoting it. By preferring the support of domestic to that of foreign industry, he intends only his own security; and by directing that industry in such a manner as its produce may be of the greatest value, he intends only his own gain, and he is in this, as in many other cases, led by an invisible hand to promote an end which was no part of his intention. Nor is it always the worse for the society that it was no part of it. By pursuing his own interest he frequently promotes that of the society more effectually than when he really intends to promote it." In: Adam Smith: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, Book IV, Chapter II (Paragraph 9, Cannan ed.). 1776.
- [19] Götz Aly, Susanne Heim — Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung, Fischer Taschenbuch Verlag, Erstausgabe 1993. ISBN 3‑596‑11268‑0.
- [20] Sönke Neitzel & Harald Welzer — Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben, S. Fischer Verlag, Erstausgabe 2011. ISBN 978‑3‑10‑089434‑2.
- [21] Götz Aly, Karl Heinz Roth — Die restlose Erfassung: Die NS‑Vernichtungspolitik und ihre bürokratischen Techniken, Fischer E‑Books (Digital), Erstausgabe 2018.
- [22] Götz Aly — Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, S. Fischer Verlag, Erstausgabe 2005. ISBN 3‑10‑000420‑5.
- [23] Max Horkheimer, Theodor W. Adorno — Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Erstausgabe: Amsterdam: Querido Verlag, 1947. Siehe auch 👉 Aufklärung
- [24] "Dehumanisation is the denial of a person’s humanity, in part or altogether. Dehumanisation involves the denial of characteristics considered uniquely human (e.g. sense of morality), or of attributes associated with human nature (e.g. interpersonal warmth). Often the denial of human uniqueness to an individual or group equates humans to animals" In: Vanesa Fischer, Shane M O’Mara: They deserve it for what they're doing’: dehumanising rhetoric as a facilitator of the recourse to violence against the defenceless.Current Opinion in Behavioral Sciences. Volume 51, June 2023, 101280.
- [25] Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. In: Gesammelte Schriften, Band 3.
Herausgegeben von Rolf Tiedemann. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1981 (Erstausgabe 1947). ISBN 3-518-57563-6.