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Schüttvolumen

Physik

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Definition


Das Volumen, das eine große Anzahl von Stücken eines Materials an Raum einnimmt, wenn man es in größeren Mengen schüttet, nennt man das Schüttvolumen. Man spricht zum Beispiel vom Schüttvolumen von Schottersteinen, von Erbsen, von gehäckseltem Holz, von Sand oder von Müll.

Beispiel Kichererbsen


Getrocknete Kichererbsen sind eine beliebte Zutat in der nordafrikanischen, türkischen oder mexikanischen Küche. Die Kichererbsen wurden getrocknet, um sie länger haltbar zu machen. Da zum Beispiel Schimmel Feuchtigkeit benötigt, kann er auf den trockenen Kichererbsen sehr viel schlechter gedeihen als auf ungetrockneten Erbsen. Von einem Kilogramm getrockneter solcher Erbsen wurde ein Glasgefäß mit einem Innenvolumen von 320 Millilitern randvoll aufgefüllt. Die dazu nötigen Erbsen wogen 240 Gramm:

  • Die Erbsen im Glas hatten ein Schüttvolumen von: 320 ml
  • Die Erbsen im Glas wogen zusammen etwa: 240 g
  • Die Schüttdichte war dann: 240/320 g/l

Kennt man die Masse und das Volumen eines geschütteten Gutes, kann man daraus die sogenannte Schüttdichte berechnen. Die Schüttdichte gibt an, wie viel Gramm des geschütteten Materials im Durchschnitt über den gesamten eingenommenen Raum auf jeden Kubikzentimter entfallen. Man verteilt (dividiert) also die gesamte Masse auf das beanspruchte Volumen. Die mathematische Division entspricht einer gleichmäßigen Verteilung. Im Fall der Kichererbsen war die Schüttdichte dann 240/320 vollständig gekürzt 3/4 und als Dezimalzahl 0,75 g/cm³.

Schüttvolumen-Versuch


Man nimmt eine größere Menge Knete und formt daraus einen Würfel mit einer Kantenlänge von zum Beispiel 4 Zentimetern. Dann hat der Würfel ein Volumen von 4 mal 4 mal 4 oder kurz 4³ gleich 64 cm³ (Kubikzentimeter). Dann pickt man von diesem Würfel viele kleine Stückchen heraus und formt sie zu kleinen Kügelchen oder Klümpchen. Dann "schüttet" man die Stückchen in ein Gefäß zum Messen des Volumen. Das angezeigte Volumen sollte jetzt deutlich mehr sein als die 64 cm³. Man kann den Versuch allerdings auch ohne Knete durchführen. Und es gibt verschiedene Methoden, um das Schüttvolumen zu manipulieren. Siehe mehr dazu im Artikel zum 👉 Schüttvolumen-Manipulations-Versuch

Praktische Bedeutung


Die richtige Abschätzung des Schüttvolumen spielt in der Praxis des "echten Lebens" eine große Rolle. Im Bergbau, bei Steinbrüchen, in der Bauindustrie, beim Beladen von Schiffen oder Eisenbahnwaggons muss immer wieder das richtige Schüttvolumen bekannt sein. Wenn zum Beispiel in einem Steinbruch mit einer Sprengung 2000 m³ (Kubikmeter) Basaltgestein aus dem ursprünglichen festen Boden herausgelöst werden, dann wird der Basalt durch die Sprenung in viele kleine Brocken und Stückchen zerlegt. Um dieses "Stückgut" mit LKWs abzutransportieren muss man aber sehr viel mehr als nur 2000 m³ einplanen. Mit dem Stückgut transportiert man ja dann auch sozusagen die leeren Hohlräume zwischen den Stücken. Und jedes Material gibt bei einer Zerkleinerung ein anderes Schüttvolumen. Zur Berechnung des Schüttvolumens verwendet man dann die sogenannte 👉 Schüttdichte

Fußnoten


  • [1] Für einen Versuch am 2. Februar 2026 verwendeten wir türkische weiße Kichererbsen: Beyaz Nohut, als Herkunftsland war Mexiko angegeben. 50 zufällig aus der Packung (1 kg) gegriffene Kichererbsen brachten zusammen 32,8 Gramm auf die Waage. Die packungsfrischen Kichererbsen fühlten sich in den Fingern gequetscht steinhart an. Die gekaufte Packung mit einem Kilogramm kostete in einem kleinen Lebensmittelladen 5 Euro. Siehe auch 👉 Kichererbse

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