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Brausetabletten-Rakete

Physik

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Definition


Extrem simpel und recht sicher: man gibt in eine Brausetablette in das zylinderförmige Rohr, in dem sie verkauft werden, drückt den Deckel mit seinem Schnappverschluss darauf und stellt die Rakete mit dem Deckel nach unten auf einen festen Boden im Freien. Nach kurzer Zeit hört man ein deutliches Plopp-Geräusch. Nach dem Lift-off steigt die Rakete einige wenige Meter hoch auf.

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Erste Pilotversuche mit Flughöhen von wenigen Dezimetern bis Metern. Ein großer Vorteil dieses Raketentyps ist die hohe Zuverlässigkeit und die Reproduzierbarkeit von Flügen mit bestimmten Daten.

Chemische Reaktion


"Das Sprudeln einer Brausetablette in Wasser kommt daher, dass ein Salz der Kohlensäure durch Reaktion mit einer Säure in Gegenwart von Wasser Kohlendioxid (CO2) abspaltet." [1] Die reagierenden Verbindungen können zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat und Citronensäure sein.

Reaktionsgleichung

  • 3 NaHCO₃ + C₆H₈O₇ → Na₃C₆H₅O₇ + 3 H₂O + 3 CO₂

Legende


Edukte und Produkte


In der Reaktion von Natriumhydrogencarbonat mit Citronensäure zu Trinatriumcitrat, Wasser und Kohlendioxid (3 NaHCO₃ + C₆H₈O₇ → Na₃C₆H₅O₇ + 3 H₂O + 3 CO₂) gibt es zwei Ausgangs- und drei Endstoffe. Die Ausgangsstoffe bezeichnet man auch als Edukte, die dann dadurch erst entstehenden Stoffe als Produkte.

  • Ausgangsstoffe: Natriumhydrogencarbonat und Citronensäure 👉 Edukt

Die Produkte bezeichnet man in der Chemie auch als Reaktanten, wörtlich als die Stoffe, die miteinander reagieren.

Geschoss, nicht Rakete


Die Bezeichnung Brausetabletten-Rakete ist weit verbreitet aber physikalisch nicht ganz korrekt. Von einer Rakete spricht man eigentlich nur dann, wenn der Flugkörper auch während des Fluges noch angetrieben wird. Die vermeintliche Rakete mit dem Brausepulverantrieb dürfte aber nach dem Start keinen weiteren Antrieb mehr erfahren. Physikalisch gesehen ist der aufsteigende Behälter ein 👉 Geschoss

Geschichte der Brausetablette


Brausetabletten kamen erst in den 1960er Jahren auf. Davon musste man Tabletten, die in Wasser aufgelöst werden sollten, aufwändig und lange selbst umrühren. Dieser Schritt entfiel mit der Sprudelreaktion. Dass sich Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel oder Reinigungsmittel aber ganz und vollständig in Wasser auflösen hat unter anderem den Sinn, dass der Wirkstoff gleichmäßig in der Lösung verteilt ist. So vermeidet man bei Medikamenten zum Beispiel örtlich zu starke Konzentrationen im Magen. [1]

Eigene Erfahrungen


Als erfolgreich kann man senkrechte Flüge mit Steighöhen über drei Meter gelten lassen. Solche Flüge könnten wir in ersten Pilotversuchen erreichen. Doch die Erfolge stellten sich bei weiteren Folgeversuch nicht ohne Weiteres wieder ein. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg scheint die Sitzfestigkeit des aufgeklemmten Deckels zu sein.

Am 7. Juni 2026 wurden am Ufer des Flusses Sieg in der Innenstadt von Siegen wenig erfolgreiche aber vielleicht aufschlussreiche Testflüge durchgeführt. Der Untergrund war fester und waagrechter Beton.

  • Zylinderförmige Kunststoffdose, etwa 16 cm hoch, etwa 3 cm Innendurchmesser [1]
  • Die Masse aller 20 Tabletten wurde mit 86 Gramm angegeben.

Es wurden 1 bis 3 Tabletten in die Röhre gegeben und dann etwas Wasser dazu geschüttet. Die Röhre wurde sofort mit dem mitgelieferten Deckel verschlossen. Ab dann lief die chemische Reaktion. Die Rakete wurde so mit dem Deckel nach unten auf den Boden gestellt. Nach wenigen Sekunden erfolgte der "Start":

  • Es wurden Starts mit einer, zwei oder auch drei Tabletten erprobt.
  • Auch die Menge zugegebenen Wassers (aus der Sieg) wurde variiert.
  • Mal bedeckte die Wassermenge gerade so die Tabletten, mal gab es nur noch einen vielleicht 4 bis 5 Zentimeter hohen Hohlraum in der zylinderförmigen Dose.
  • In keinem der Fälle erreicht die Rakete mehr als einen Meter Steighöhe.

Was auffiel war, dass der Deckel sich sehr weich anfühlte und nicht besonders fest auf dem verdickten Ring der Dose aufsaß. Die Vermutung ist, dass die Rakete sich schon bei recht geringen Innendrücken vom Deckel als "Startrampe" abhebt. Mit einem geringen Innendruck sind aber dann auch nur geringe Steighöhen möglich.

Fazit: Verschieden Verpackungen von Brausetabletten testen und darauf achten, welchen Einfluss die Festigkeit des Klemmverschlusses des Deckels auf den Flugerfolg hat.

Fußnoten


  • [2] Die Dose mit 20 Tabletten der Firma SilaVit aus Hövelhof war etwa 16 Zentimeter (Körpermaße) hoch und hatte einen Durchmesser von etwa 3 Zentimetern (Schätzwert). Vertrieben wurden die Tabletten über die Drogerie-Kette Müller (2026).



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