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Branntkalk

Entsteht durch Erhitzung von Kalkstein

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Basiswissen


Kalkstein besteht im Wesentlichen aus Calciumkarbonat: CaCO₃. Durch eine Erhitzung in sogenannten Kalköfen wird das Gestein auf 900 bis 1400 °C erhitzt. Dadurch entsteht der sogenannte Branntkalk, auch gebrannter Kalk [1], ungelöschter Kalk [1], Baukalk [1], Chemiekalk oder Stückkalk [1] genannt.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Man sieht frisch gebrannten Kalk aus einem deutschen Kalkwerk.☛


CaCO₃ ⭢ CaO + CO₂

Durch die Erhitzung entsteht nach obiger Formel aus dem Calciumcarbonat das feste Calciumoxid das gasförmige Kohlendioxid. Das Calciumoxid nennt man dann Branntkalk. Branntkalk ist stark ätzend und reagiert mit Wasser unter starker Wärmebildung zu Calciumhydroxid: CaO + H₂O ⭢ Ca(OH)₂. Die Wärmeentwicklung kann dabei so stark sein, dass das Wasser teilweise verdampft. Das Calciumhydroxid heißt sinnfälligerweise 👉 gelöschter Kalk

Der Branntkalk kann dann mit Wasser stark exotherm reagieren. Es wird also Hitze frei [1]:

CaO + H₂O ⭢ Ca(OH)₂ + 1155 kJ/kg CaO

Verwendung


Branntkalk dient als Zusatz für Mörtel, Putze und Kalksandsteine. Ferner dient als als Desinfektionsmittel, als Düngemittelzusatz, zur Entschwefelung von Roheisen und Rauchgasen in einem 👉 Kraftwerk

Klimarelevanz


Pro erzeugter Tonne Branntkalk werden etwa 850 kg CO₂-Gas freigesetzt. Hinzu kommen hohe Brennstoffeinsätze zur Erhitzung des Kalkes.

Sicherheit


Die folgenden Angaben stammen aus dem Sicherheitsdatenblatt eines Herstellers von Branntkalk. [1] Beim Hantieren mit Branntkalk sollte eine Sicherheitsbrille und Handschuhe getragen werden.

Gefahrenhinweise


  • H315: Verursacht Hautreizungen.
  • H318: Verursacht schwere Augenschäden.
  • H335: Kann die Atemwege reizen.

Sicherheitshinweise


  • P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.
  • P305+P351+P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit
entfernen. Weiter ausspülen
  • P302+P352: BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser abwaschen.
  • P310: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRALE oder Arzt anrufen
  • P261: Einatmen von Staub/Aerosol vermeiden.
  • P304+P340: BEI EINTAMEN: An die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
  • P501: Inhalt/Behälter können in Übereinstimmung mit nationalen Vorschriften entsorgt werden.

Erste Hilfe


Einatmen

  • Staubquelle entfernen oder betroffene Person an die frische Luft bringen.
  • Sofort ärztlichen Rat einholen.

Hautkontakt

  • Kontaminierte Hautflächen sorgfältig und vorsichtig abwischen, um sämtliche Produktreste zu entfernen.
  • Betroffene Fläche sofort mit viel Wasser abwaschen. Kontaminierte Kleidung entfernen. Falls nötig, ärztlichen Rat einholen.

Augenkontakt

  • Augen sofort gründlich mit viel Wasser ausspülen und Arzt konsultieren.

Verschlucken

  • Mund mit Wasser spülen und reichlich Wasser trinken.
  • KEIN Erbrechen einleiten.
  • Ärztlichen Rat einholen.

Fußnoten



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