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Weltraumhabitat

Futurologie

Basiswissen


Marskolonien, ein rotierendener Stanford-Torus oder die gigantische Bernal-Sphäre: als Weltraumhabitat bezeichnet man eine dauerhafte Wohnstätte im Weltraum. Das ist hier kurz vorgestellt.

Die Bernal-Sphäre (1929)


Bereits im Jahr 1929 - es gabe noch keine praktisch nutzbaren Raketen - skizzierte der irische Mathematiker John Desmond Bernal (1901 bis 1971) gigantische Hohlkugeln mit eine Durchmesser von 16 Kilometern[1]. In ihnen sollten mehrere Zehntausende Menschen dauerhaft leben. Bernal sah seine Sphären auch als utopischen Ort für mental weiter entwickelte Menschen. Sie hätten mehr Interesse an abstrakten Gedanken und dem Austausch von Ideen und würden die Erde deshalb nicht vermissen. Bernals Vision ragt unter den anderen ähnlichen Konzepten nicht so sehr durch technische Besonderheiten heraus als vielmehr dadurch, dass Bernal sie im Rahmen einer geistigen Weiterentwicklung des Menschen sah. Siehe auch Bernal-Sphäre ↗

Der Stanford-Torus (1975)


Der Stanford-Torus ist ein rotierender Ring mit einem Durchmesser von 1790 Metern. Er soll bis zu 140 Tausend Bewohnern Platz bieten. Seine Besonderheit ist, dass der rotierende Ring eine künstliche Schwerkraft ähnlich der Erdschwerkraft erzeugt. Siehe auch Stanford-Torus ↗

Marskolonien


Marskolonien werden seit den 1970er Jahren wissenschaftlich näher untersucht. Baustoffe, möglicherweise auch Wasser und damit auch Sauerstoff sowie ausreichende Mengen von Solarenenergie bieten günstige Ausgangsbedingungen. Problematisch kann die große Reisezeit zur Erde sein. Dauerhafte Siedlungen auf dem Mars zu errichten ist Vision der Unternehmens Elon Musk (geboren 1971). Siehe auch Marskolonisation ↗

Weltraumhabitate als utopische Orte


Ferne Orte abseits der etablierten Gesellschaft zogen schon immer das utopische Denken an. Waren es früher oft Inseln, wie etwa die namensgebende fiktive Insel Utopia aus dem Jahr 1516, so zogen im 18ten bis 20ten Jahrhundert vor allem wenig besiedelte Regionen in Süd- und Nordamerika religiös und sozial motivierte Aussteiger an. Einige dieser alternativen Lebensformen (Hutterer, Amish) zeigten dabei eine erstaunliche Beständigkeit. Heute sind die meisten Regionen der Erde wenn nicht dicht besiedelt, so doch weitgehend staatlich kontrolliert. Rückzugsorte für utopische Projekte sind heute einerseits Siedlungen auf hoher See (seasteading) sowie im Weltraum[2]. Bernals Vision seiner Weltraum-Sphären war vor allem auch sozialutopisch motiviert. Siehe mehr zur Geschichte utopisch-alternativer Lebensentwürfe im Artikel zu Gemeinschaftssiedlungen auf religiöser und weltanschaulicher Grundlage ↗

Fußnoten