Sternschnuppe
Astronomie
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Basiswissen
Kurz aufleuchtendes Licht am Nachthimmel: Sternschnuppen kann man gut mit dem bloßen Auge sehen. Es sind kleine Steinchen oder Staubkörner, die aus dem Weltraum kommen. Sie sind sehr schnell. Wenn sie unsere Lufthülle erreichen bringen sie die Luftteilchen um sich herum zum glühen. Das kann man dann einen kurzen Moment sehen.
Wissenschaftsgeschichte
Ich möchte ein Lexikon aus dem Jahr 1809, der Zeit Napoleons, zitieren. Was dieses Lexikon, der Brockhaus, damals über Sternschnuppen schrieb, zeigt sehr schön, wie viele Wissen die letzten gut 200 Jahre neu dazugekommen ist. Noch 1809 hatte man keine Ahnung, was denn eine Sternschnuppe wirklich ist:
ZITAT:
"Die Sternschnuppe ist eine Lufterscheinung, über deren Entstehung und wahre Natur die Physiker, trotz der Nachforschungen, noch nicht einig sind. Bekanntlich sieht man des Abends, im Sommer eben sowohl, als im Herbste und Winter, einige Stunden nach Sonnenuntergang und später in die Nacht hinein, bei hellgestirntem Himmel aus den obern Regionen der [385] Atmosphäre häufig eine leuchtende, flammende, sternähnliche Substanz, dem Anschein nach, auf die Erde herabfallen. Da sie gleichsam von einem Sterne auszugehen, und, wie die Schnuppe von einem Lichte, abzufallen scheint, so hat man ihr jenen Namen gegeben, und auch wirklich in den vorigen Zeiten es als Schnuppen von den Sternen angesehen, ja selbst eine gewisse gallertartige, gelbbräunliche Substanz, die man etwa zufälliger Weise in der Gegend, wo jene Erscheinung hingefallen, gefunden hat, als Rückstand derselben ausgegeben. Ueber die Entstehung und Natur dieses Meteors ist man nicht einig, indem es Manche für elektrische Erscheinungen, die Mehresten für ölichte Dünste, die sich in der Atmosphäre entzünden, oder wenigstens leuchten, noch Andere für chemische Operationen ansehen, die in der Atmosphäre durch die Verbindung und gegenseitige Wirkung der verschiedenen Gasarten erfolgen. Man sieht dem Resultate von den unermüdeten Untersuchungen der Physiker und Meteorologen über diese so häufigen und räthselhaften Erscheinungen mit um so gegründeterer Erwartung entgegen, da man schon die Geschwindigkeit, die Entfernungen und Bahnen der Sternschnuppen zu messen versucht hat." [1]
"Die Sternschnuppe ist eine Lufterscheinung, über deren Entstehung und wahre Natur die Physiker, trotz der Nachforschungen, noch nicht einig sind. Bekanntlich sieht man des Abends, im Sommer eben sowohl, als im Herbste und Winter, einige Stunden nach Sonnenuntergang und später in die Nacht hinein, bei hellgestirntem Himmel aus den obern Regionen der [385] Atmosphäre häufig eine leuchtende, flammende, sternähnliche Substanz, dem Anschein nach, auf die Erde herabfallen. Da sie gleichsam von einem Sterne auszugehen, und, wie die Schnuppe von einem Lichte, abzufallen scheint, so hat man ihr jenen Namen gegeben, und auch wirklich in den vorigen Zeiten es als Schnuppen von den Sternen angesehen, ja selbst eine gewisse gallertartige, gelbbräunliche Substanz, die man etwa zufälliger Weise in der Gegend, wo jene Erscheinung hingefallen, gefunden hat, als Rückstand derselben ausgegeben. Ueber die Entstehung und Natur dieses Meteors ist man nicht einig, indem es Manche für elektrische Erscheinungen, die Mehresten für ölichte Dünste, die sich in der Atmosphäre entzünden, oder wenigstens leuchten, noch Andere für chemische Operationen ansehen, die in der Atmosphäre durch die Verbindung und gegenseitige Wirkung der verschiedenen Gasarten erfolgen. Man sieht dem Resultate von den unermüdeten Untersuchungen der Physiker und Meteorologen über diese so häufigen und räthselhaften Erscheinungen mit um so gegründeterer Erwartung entgegen, da man schon die Geschwindigkeit, die Entfernungen und Bahnen der Sternschnuppen zu messen versucht hat." [1]
Aberglauben
Man sollte immer einen Wunsch bereit haben: Sieht man eine Sternschnuppe muss man sich den Wunsch schnell denken. Man darf ihn aber niemandem verraten. Es heißt, dass diese Wünsche dann oft in Erfüllung gehen. Siehe auch 👉 Aberglaube
Fußnoten
- [1] Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 5. Amsterdam 1809, S. 385-386. Online: http://www.zeno.org/nid/20000773530