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Kleiner Röhrentang

Nordsee

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Basiswissen


Der kleine Röhrentang (Blidingia minima) wächst im oberen Bereich der Gezeitenzone, dem sogenannten Eulitoral. Mit seiner hell- bis frischgrünen Farbe bildet er als Grünalge [2] einen oft gut erkennbaren Streifen in der streng vertikal zonierten Abfolge von Lebewesen an steinigen Ufern oder senkrechten Wänden. Um dort überleben zu können, muss die Alge ganz besondere Anforderungen meistern.

Standort


Das für die südliche Nordsee vielleicht sicherste Erkennungsmerkmal dieser "hell- bis frischgrünen" [1, Seite 54] Algen ist ihr bevorzugtes Siedlungsgebiet. An schrägen Ufern mit festem Grund (Buhnen, Deckwerke) oder steilen Wänden (Hafenwände) wächst sie entlang eines Streifens oder "Gürtels" [1] im Bereich der "obersten Gezeitenzone" [1] [6], "zwischen Flutmarke und Spritzwasserzone" [1], also im oberen sogenannten Eulitoral. Als Eulitoral bezeichnet man den Bereich der Küsten, der üblicherweise den Gezeiten und den Bewegungen der Wellen ausgesetzt ist.

Aufbau


Die Alge wächst "unverzweigt oder sehr unregelmäßig verzweigt" sowie "wenigästig" und "häufig kraus, gewunden und leicht blasig". [1]

Riechtest


Zerreibt man die Algen in den Fingern, soll die freiwerdende Verbindung Dimethylsulfid den für Küsten oft typischen fischen Geruch erzeugen. [6, Seite 54]. Der gleiche Test soll aber auch den Flachen Darmtang (Ulva compressa, Enteromorpha] anzeigen. [6, Seite 56]

Verwechslungsmöglichkeiten


Ähnlichkeiten

Sehr ähnlich wie Blidingia minima sieht auch der Flache Darmtang (Ulva compressa, Enteromorpha compressa) aus [5], weshalb wohl Blidingia auch als Enteromorphoid bezeichnet wird. [6] Die Zellen von Blidingia sind aber mit unter 10 µm (Mikrometer) deutlich kleiner als die von Ulva-Arten mit über 10 µm. [7] [8] Auch seien manche Arten von Ulva deutlich verzweigt, Blidingia eher nicht. [8]

Unterscheidung

Folgt man verschiedenen deutschsprachigen Bestimmungsbüchern, bildet der Kleine Röhrentang meist "unter 3 cm lange Fäden" [1, Seite 54]. Der Flache Darmtang hingegen habe Längen von 10 bis 30 cm. [1, Seite 56]. Die Fäden des Darmtangs seien mit 0,2 bis 1 cm [2] oder sogar 5 cm [9] Breite auch deutlich breiter als die des Kleinen Röhrentangs.

Fußnoten


  • [1] Klaus Jahnke; Bruno P. Kremer: Düne Strand und Watt. Franckh-Kosmos Verlags-GmhH & Co. KG Stuttgart 2018. ISBN: 978-3-440-15406-9. Dort auf Seite 54.
  • [2] Klaus Janke, Bruno P. Kremer: Düne, Strand und Wattenmeer. Tiere und Pflanzen unserer Küste. Franckh-Kosmos. Stuttgart, 1999. ISBN: 3-440-07734-9. Dort auf Seite 151.
  • [3] Abweichend von deutschsprachigen Bestimmungsbüchern wird für Vorkommen eine schwache bis dunkle Grünfarbung berichtet: "plants pale to dark green, in tufts to 50mm tall, of thin threads, growing in winter". Als "usual habitat" wird angegeben: "in the upper or mid-intertidal on rock, in calm situations". Beide Angaben weichen ab von den Beschreibung in den Bestimmungsbüchern von Klaus Janke und Bruno Kremer. In: Baldock, R. N. 2006. Algae Revealed: Blidingia minima. State Herbarium of South Australia. Online: https://know.ourplants.org/wp-content/uploads/ar/Blidingia_minima.pdf
  • [5] "Enteromorpha as a genus is easily recognised by its tubular fronds and moderately large cells, and is most closely related to Blidingia". In: Womersley, H. B. S. 1984. The Marine Benthic Flora of Southern Australia. Part I. Adelaide: Government Printer. S. 150–151. Online: https://data.environment.sa.gov.au/Content/Publications/Womersley1.pdf
  • [6] "Blidingia minima grows at the highest intertidal level of any of the enteromorphoid algae and is apparently confined to winter months." In: Womersley, H. B. S. 1984. The Marine Benthic Flora of Southern Australia. Part I. Adelaide: Government Printer. S. 150–151. Online: https://data.environment.sa.gov.au/Content/Publications/Womersley1.pdf
  • [7] Blidingia bildet drei Arten, die auch mit Ulva compressa (flacher Darmtang) oder Ulva intestinalis verwechselt werden können. Zur Unterscheidung: Blidingia wächst oft höher auf Felsen (rocher) und die Fäden (filaments) sind dünner (plus fins) als die von Ulva. Aber erst eine Untersuchung unter dem Mikroskop macht die Sache eindeutig: die Zellen von Blidingia sind kleiner als 10 µm (Mikrometer) und die von Ulva größer. In: Quintin, Christophe, Marc Verlaque und Yves Müller. 2024. „Blidingia minima (Nägeli ex Kützing) Kylin – Petite ulve de Bliding.“ DORIS – Données d'Observations pour la Reconnaissance et l'Identification de la faune et la flore Subaquatiques. Letzte Änderung: 8. April 2024. Online: https://doris.ffessm.fr/ref/specie/3454
  • [9] Klaus Janke; Bruno P. Kremer: Das Watt. Lebensraum, Tiere und Pflanzen. Franckh-Kosmos Verlag. 1990. ISBN: 440-06035-7.



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