Rechenmaterial


Anschaulich


Definition


Zehnerstangen, Holzwürfel oder Knete: als Rechenmaterial bezeichnet man Material zum anschaulichen und praktischen Umgang mit Zahlen. Hier stehen einige Beispiele, kommentiert mit Erfahrungen aus der Lernwerkstatt Mathematik in Aachen.

Einführung


Für einen dauerhaften Erfolg im Fach Mathematik ist es gut, den Umgang mit Zahlen so lange wie möglich mit anfassbarem Material zu erlernen. Neben kommerziell vermarktetem Lerhmaterial zählen dazu auch Basteln, Brettspiele und Versuche mit Alltagsmaterial. Ab einem Alter von etwa 12 bis 14 Jahren beginnen sich die meisten Kinder dann von alleine vom Material zu lösen. Spätestens ab der Oberstufe sollte dann der abstrakte Zugang überwiegen.

Tipps bei einer Dyskalkulie


Die meisten Kinder profitieren deutlich, wenn man ihnen viele verschiedene Materialien anbietet. Sie übertragen Mengen- und Zahlenkonzepte oft problemlos von Knete auf Würfel oder von Wasser auf Steine. Nicht so Kinder mit einer Dyskalkulie oder Rechenschwäche: wählen Sie hier nur eine Materialart aus, am besten in Übereinstimmung mit der Schule. Bleiben Sie bei diesem einem Material bis das Kind das Rechnen bis zum Zahlenraum 1000 sicher verstanden hat und routiniert ausführt. Jeder Materialwechsel bringt Kinder mit einer Dyskalkulie in große Verwirrung und muss sehr gut überlegt sein. In der Lernwerkstatt Mathematik in Aachen nutzen wir vor allem das Dienes Material. Siehe auch => Dyskalkulie Elterntipps

Kieler Zahlenbilder


Die Kieler Zahlenbilder bauen auf der Idee auf, leicht erkennbare Zahlenmuster ähnlich denen auf Spielwürfeln zu verwenden. Für alle Zahlen bis zur 10 gibt es ein solches Bild. Unsere Erfahrung in der Lernwerkstatt Mathematik in Aachen ist, dass gerade junge Kinder große Freude an diesem Material haben. Es bietet viele gute Anlässe, Rechenerkenntnisse in Worten zu formulieren. Ein Nachteil ist für uns der brüchige Übergang zum Denken mit dem Zahlenstrahl. Siehe auch => Kieler Zahlenbilder

Dienes Material


Das Dienes Material wurde von dem ungarischen Mathematiker und Didaktiker Zoltan Dienes entwickelt. Grundelemente sind Würfeln, Stangen, Platten und große Würfel. Dieses Material hat sich zur Arbeit mit allen Schülern bis hin zur Oberstufe gut bewährt. Mehr unter => Dienes Material

Montessori Material


Das seit 1907 von Maria Montessori entwickelte Material deckt die Bereiche tägliches Leben, Sinneserfahrung, Mathematik, Sprache und kosmisches Wissen (Weltwissen) ab. Seine Wirkung entfaltet es erst, wenn es in Gänze angeboten wird, etwa durch spezielle Montessori-Schulen. Isolierte Einzelmaterialien sind eher nicht zu empfehlen, wenn sie nicht Teil eines größeren Konzeptes sind.

Knete


Knete eignet sich vor allem für drei Themen: Geometrie, Brüche und Kommazahlen. Mit Knete lassen sich Teilungsvorgänge gut darstellen. Viele (nicht alle) Kinder mögen Knete. Möchte man zum Beispiel einen Knetklumpen mit Hilfe einer Waage in drei genau gleich schwere Klumpen teilen, taucht schnell die Frage nach Zahlen zwischen zum Beispiel 20 Gramm und 21 Gramm auf. Damit wird der Sinn von Brüchen und Dezimalzahlen (Kommazahlen) von alleine klar. Siehe dazu => Kiste 2

Eisenbahn


Ab der Klasse 5 kommt das Wort Geschwindigkeit in Textaufgaben vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Kinder die Idee hinter Geschwindigkeit nur langam über viele Jahre hinweg wirklich erfassen. Eine langsam fahrende Spielzeug-Eisenbahn hat den großen Vorteil, dass die Geschwindigkeit in begreifbaren Einheiten wie Zentimeter pro Sekunde erlernt werden kann. Siehe dazu => Kiste 7

Werkstattversuche


Vor allem ab Klasse 5: Elektrik, Magnete, Fossilien, Mineralien, Chemikalien, Laser oder auch Dinge aus dem Baumarkt: in der Lernwerkstatt Mathematik in Aachen werden seit 2010 Materialien für einfach durchzuführende Versuche von der Klasse 1 bis ins Studium entwickelt. Siehe dazu => Werkstattversuche

Funktionenlehre


f(x) = 4x-2: ab der Klasse werden Kinder mit der Idee einer mathematischen Funktion konfrontiert. Meist bleibt für viele Schüler das Wort Funktion gleichbedeutend mit einem Funktionsgraph. Tatsächlich aber haben Funktionen nichts zwingend mit Graphen zu tun. Eine Sammlung von alltagsnahen Versuchen führt mit vielen praktischen Versuchen an die Idee der mathematischen Funktion heran => Funktionsgleichungen aus Versuchen