Die Zeigeruhr


Elterntipps


Grundschule


Die Uhrzeiten werden normalerweise in der Grundschule gelernt. Sie bereiten den meisten Kindern keine größeren Probleme. Versteht ein Kind die Zeigeruhr sehr viel schlechter als die meisten anderen in der Klasse, kann das auf eine Dyskalkulie hindeuten. Hier stehen ein paar Lerntipps rund um die Uhr.

Tipps bei einer Dyskalkulie


Das Wichtigste: planen Sie viel Zeit und Geduld ein. Es können Monate sein. Zeigen Sie nie Verwunderung, wenn etwas nicht klappt. Nehmen sie nicht als Ersatz die Digitaluhr. Erst die Zeigeruhr vermittelt die kulturübliche Zeivorstellung. Nach unserer Erfahrung ist es am besten, immer fest Denk-Wege beim Lernen einzuhalten und diese oft zu wiederholen. Fangen Sie erst nur mit dem Stundenzeiger an. Erst wenn dieser sicher gedeutet werden kann, geht es weiter zum Minutenzeiger.

Zuerst: nur die vollen Stunden lernen


Am Anfang steht immer, dass ein Tag um Mitternacht anfängt und dann 24 Stunden hat. Dann ist wieder Mitternacht und ein neuer Tag beginnt. Der Stundenzeiger zeigt dann an, wie viele Stunden seit Mitternacht vergangen sind. Nach der ersten Runde mit zwölf Stunden ist man beim Mittag angelangt. Dann kommt noch einmal eine Runde mit zwölf Stunden bis Mitternacht. Prägen Sie dieses Bild mit ihrem Kind zunächst fest ein. Besprechen Sie dann immer wieder, dass es jede Uhrzeit zweimal gibt. Wenn es unklar ist, welche man meint, kann man zum Beispiel morgens, abends, vormittags, am Nachmittag, abends oder in der Nacht sagen. Trainieren Sie diese Worte fest ein. Trainieren Sie dann, dass das Kind sofort mit einem Blick die Zeigerstellungen für die vollen Stunden erkennt. Zählen ist nicht erlaubt. Wenn das alles funktioniert, dann trainieren sie die vollen Stunden mit dem kleinen Uhrzeiger bis alles völlig mühelos klappt.

Dann: nur Teile voller Stunden


Bleiben Sie auch hier zunächst nur beim Stundenzeiger. Gehen Sie noch nicht auf den Minutenzeiger ein. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind selbst korrekt sagen kann, ob der kleine Uhrzeiger kurz vor oder eher kurz nach einer vollen Stunde steht. Solche Orts- und Richtungsangaben sind für Kinder mit einer Dyskalkulie oft nicht immer klar. Trainieren Sie Sprechweisen wie: es ist kurz nach vier, es ist fast fünf. Bringen Sie hier halbe und viertel Stunden ins Spiel: der Zeiger ist den halben Weg von 4 bis 5 gegangen, dann ist es halb fünf. Der Zeiger ist ein Viertel des Weges von der 6 bis zu 7 gegangen, dann ist es viertel nach sechs. Und so weiter. Trainieren Sie auch das, bis es mühelos funktioniert.

Dann: nur der Minutenzeiger alleine


Wenn der kleine Stundenzeiger gut verstanden ist (und wirklich erst dann), gehen Sie weiter zum Minutenzeiger. Besprechen Sie mit dem Kind immer wieder, dass eine Stunde genauso lange dauert wie 60 Minuten. Erklären Sie dem Kind dann in Ruhe, dass das Ziffernblatt für den großen Uhrzeiger anders aussieht oder gedacht wird als für den kleinen: der große Uhrzeiger wandert in einer Runde sozusagen von der 0 bis zur 60. Trainieren Sie für jeden Strich auf dem Ziffernblatt, dass das Kind ohne Zählen sofort die Minutenzahl erkennt: 5 Minuten, 10 Minuten, 40 Minuten oder auch 55 Minuten. Wenn das funktioniert, dann kommt am Ende die ganze Uhrzeit mit Stunden und Minuten.

Am Ende: die ganze Uhrzeit


Kinder mit einer Dyskalkulie brauchen immer zuerst einen zuverlässigen Weg. Diesen lernen sie Schritt für Schritt auswendig und haben dann ein sicheres Fundament. Hier betrachten wir zunächt eine einfache Variante für die Uhrzeit ähnlich wie bei einer Digitaluhr: man sagt nur die Stunden und dann die vergangenen Minuten. Stundenbruchteile können später noch ergänzt werden, werden aber hier erst einmal weggelassen. Hilfreich ist es immer, wenn die Sprechfolge genau der Denkfolge entspricht. Das wird mit dem folgenden Schema erreicht.

◦ 1) Zuerst kommt der kleine Uhrzeiger.
◦ 2) Lies die volle Stunde ab, die er schon hinter sich hat.
◦ 3) Spreche dann - je nach Uhrzeit - zum Beispiel: 4 Uhr ...
◦ 4) Nimm dann den großen Uhrzeiger.
◦ 5) Lies von ihm die Minuten ab.
◦ 6) Ergänze sie und sage zum Beispiel: 4 Uhr und 35 Minuten

Was ist eigentlich Zeit?


Einfach gesagt: das was eine Uhr anzeigt. So zumindest beschrieb der Physiker Albert Einstein was Zeit sein sollte. Tatsächlich laufen Uhren nicht überall gleich schnell. Eine Uhr hoch oben auf einem Berg läuft langsamer im Vergleich zu einer Uhr tief unten im Tal. Lies mehr dazu unter => Zeit